CPU-Kampagne: "Hand auf's Herz"

Kardiologie, Nephrologie, Intensivmedizin, Rhythmologie

Beherztes Eingreifen

Die Chest Pain Unit (CPU) wurde im Juli 2008 gegründet, um Patienten mit akut aufgetretenen Brustschmerzen (englisch: „chest pain“) schnellstmöglich und umfangreich zu untersuchen. Ziel ist es, die Ursache ihrer Beschwerden, wie zum Beispiel einen akuten Herzinfarkt, unverzüglich zu erkennen und zielsicher zu behandeln. Dafür steht uns eine hochmoderne Ausstattung zur Verfügung. Die CPU ist rund um die Uhr mit qualifiziertem Fachpersonal besetzt. Räumlich ist sie der zentralen Notaufnahme angegliedert.

Durch enge Kooperationen mit den anderen Fachabteilungen des Hauses können wir vielfältige Untersuchungsmöglichkeiten nutzen und das Behandlungsteam bei Bedarf individuell zusammenstellen. In Notfällen beraten wir auch Notärzte, niedergelassene Ärzte und andere Krankenhäuser aus der Umgebung und nehmen Patienten gegebenenfalls bei uns auf.

Wann sollten Sie in die Chest Pain Unit kommen?

Alarmieren Sie umgehend den Rettungsdienst (Telefon: 112), wenn Sie Beschwerden haben, die auf einen akuten Herzinfarkt hindeuten könnten. Dazu gehören:

  • Starke, länger als 5 Minuten anhaltende Schmerzen in der Brust,
  • Brennen hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung in die Arme, den Kiefer, den Rücken oder Oberbauch,
  • Engegefühl in der Brust, Angst, Schweißausbrüche, graublasse Hautfarbe,
  • eventuell zusätzliche Luftnot, Übelkeit und Erbrechen (bei Frauen oft einziges Symptom).


Auch wenn Ihre Beschwerden geringer ausgeprägt sind oder nur vorrübergehend auftreten, sollten Sie diese im Zweifelsfall abklären.

Was geschieht in einer Chest Pain Unit?

Jeder Patient der Chest Pain Unit ist ein Notfall: Darum wird er schnellstmöglich untersucht und behandelt.
Patienten, die mit dem Rettungsdienst eingeliefert werden, bringen wir direkt in die zentrale Notaufnahme. Falls sie zu Fuß oder mit dem PKW zu uns kommen, zeigen Mitarbeiter an der Pforte Ihnen den Weg zur CPU. Nach Ihrer Ankunft führen wir rasch verschiedene Untersuchungen durch, unter anderem:

  • EKG,
  • Blutentnahme mit Anlage einer Verweilkanüle,
  • Ultraschall des Herzens.

Außerdem überwachen wir am Monitor kontinuierlich das EKG, Ihren Blutdruck und den Sauerstoffgehalt im Blut.

Auf Basis der ersten Untersuchungsergebnisse entscheiden wir über das weitere Vorgehen. Es gibt genau festgelegte Behandlungspfade, die sich in drei Kategorien unterteilen:

  1. Weist das EKG einen Herzinfarkt eindeutig nach, ist eine sofortige Herzkatheteruntersuchung notwendig. Mit diesem Verfahren können wir das verschlossene Herzkranzgefäß umgehend wieder öffnen und einer weiteren Schädigung des Herzmuskels vorbeugen (englisch: „time is muscle“).
  2. Falls im EKG ein Herzinfarkt nicht eindeutig zu erkennen ist, aber die Blutwerte auf eine Durchblutungsstörung am Herzen hinweisen oder weiterhin Beschwerden bestehen, erfolgt zunächst eine Verlaufsbeobachtung. Die EKG- und Laborkontrollen finden auf unserer Monitorstation statt.
  3. Auch wenn wir einen Herzinfarkt im Verlauf ausschließen können, veranlassen wir zusätzliche Untersuchungen, um eine Ursache für die Beschwerden zu finden. Bei beschwerdefreien Patienten kann unter bestimmten Umständen auch der Hausarzt oder ein niedergelassener Spezialist die weiteren Untersuchungen vornehmen. Die Befunde, die bei uns im St.-Johannes-Hospital erhoben wurden, erhalten Sie zusammen mit einem Kurzarztbrief. Somit vermeiden wir Doppeluntersuchungen bei den anschließenden Arztbesuchen.