Gastroenterologie in der Klinik für Innere Medizin II im St.-Johannes-Hospital Dortmund

Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes

In der Abteilung Gastroenterologie im St.-Johannes-Hospital werden Erkrankungen der Speiseröhre, des Magen- und Darmtrakts, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Gallenwege behandelt. Mit einem Team aus ärztlichen und pflegerischen Fachleuten behandeln wir im stationären Bereich vor allem Erkrankungen der Verdauungsorgane - Krebs der Speiseröhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und Gallenwege, des Dickdarms und Mastdarms - sowie weitere Erkrankungen, wie z.B. Geschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberzirrhose, Leberentzündungen, Gallenwegserkrankungen, Gallengangssteine, chronisch entzündliche Darmerkrankungen.


Nahezu alle endoskopischen Untersuchungen werden im St.-Johannes-Hospital mittels HD- Technik durchgeführt. Jährlich erfolgen ca. 5.000 Endoskopien sowie in der gastroenterologischen Funktionsabteilung etwa 4.000 Sonographien des Bauchraumes (Abdomens), der Lymphknoten, der Schilddrüse und des Brustfells (Pleura). Kontrastmittelgestützte Untersuchungen werden zur Diagnostik von Leber- und Bauchspeicheldrüsentumoren eingesetzt. Neben den routinemäßig durchgeführten endoskopischen Verfahren wie der Dickdarmspiegelung, Magenspiegelung, Atemwegsspiegelung und der endoskopischen Untersuchung der Gallenwege (ERCP + Cholangioskopie) werden der endoskopische Ultraschall mit Punktion und die gesamte Endoskopie des Dünndarmes durchgeführt. In unserer Abteilung führen wir über 100 ultraschall-gesteuerte Punktionen pro Jahr durch.
Ebenso besteht die Möglichkeit zur dauerhaften Einbringung von Drainagen. Darüber hinaus bieten wir verschiedene Funktionsdiagnostik in Form von Atemtests, Impedanz- pH-Messung und HR- Druckmessung in der Speiseröhre an.

 

Seit Anfang 2015 führen wir unter standardisierten Bedingungen Stuhltransplantationen, den sogenannten fäkalen Mikrobiomtransfer, bei sich wiederholenden Clostridien-Infektionen im Rahmen der German Clinical Microbiome Study Group (GCMSG) durch.

Endoskopische Verfahren

Magenspiegelung (Gastroskopie – ÖGD)

 

Die Magenspiegelung (Gastroskopie), medizinisch auch Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ist eine Untersuchungsmethode des oberen Teils des Verdauungstrakts. Hierbei werden neben der Routinediagnostik bzgl. entzündlicher oder bösartiger Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes, das ist der Hauptteil des Verdauungsapparates, folgende therapeutische Optionen angeboten:

• Therapie mit Gummibandligaturen bei Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)
• Möglichkeit zur Entfernung von gut- und bösartigen Tumoren („Polypektomie“)
• Untersuchung mit bioverträglicher Einfärbung von Gewebearealen (Chromendoskopie / NBI)
• Einsetzen von Metallstents in die Speiseröhre/Magen/Zwölffingerdarm
• Aufdehnungstherapie mittels Ballonkatheter oder Bougie
• Behandlung von chronischen Funktionsstörungen der Speiseröhre (Achalasietherapie)
• Anlage von Ernährungssonden (PEG, PEJ, JET-PEG)
• Blutstillungstherapie (mittels Unterspritzung, Clip-Applikation, Argonplasmakoagulation, OTSC- Clip oder Hämospray)
• Behandlung von Ausstülpungen in der Speiseröhre (Zenker- Divertikulotomie)

 

Kapselendoskopien

 

Die Kapselendoskopie ist eine Darstellung des Dünndarms mittels einer Minikapsel, die vom Patienten geschluckt wird und dann drahtlos Bilder aus dem Darm an einen Recoder liefert, der am Körper getragen wird. Diese werden anschließend an ein PC- System übertragen und mittels einer speziellen Software ausgewertet. Dabei liefert die neueste Kapselgeneration mittlerweile Bilder, die qualitativ einem Endoskop ebenbürtig sind.

 

Dünndarmendoskopien

 

Die Dünndarmspiegelung mittels Single-Ballon-Enteroskop ermöglicht eine effektive Dünndarmuntersuchung, die besonders für komplexe Fälle geeignet ist. Mit seinem schlanken Durchmesser bietet das Endoskop eine sehr gute Manövrierbarkeit und Qualität der Bildgebung. Gleichzietig könnnen mit ihm therapeutische Prozeduren durchgeführt werden.

 

Untersuchung der Galle und Bauchspeicheldrüse - ERCP

 

Die sogenannte endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie oder kurz ERCP ist ein endoskopisches Verfahren zur Darstellung und Untersuchung der Gallen- und Pankreasgänge. Die Darstellung erfolgt dabei durch eine lokale Gabe von Kontrastmittel. Dieses Verfahren dient nicht nur zur Diagnose, sondern ist vor allem ein therapeutisches Verfahren mit folgenden Therapieoptionen:

• Behandlung und Entfernung von Gallensteinen im Gangsystem (mittels Ballon, Körbchen oder intraduktaler Lithotrypsie)
• Dehnungstherapie mittels Ballonkatheter oder Bougierung
• Einbringen von Plastik- und Metallstents
• Einlegen von Spülsonden und Drainagen (Rendezvous-Verfahren und Transformationen einer externen in einen interne Drainage)
• Endoskopie des Gallenganges (Cholangioskopie)

 

Dick- und Enddarmspiegelung

 

Unterschiedliche Erkrankungen des Darmes werden mit einer Dick- bzw. Enddarmspiegelung (Koloskopie, Sigmoidoskopie, Proktoskopie) untersucht oder behandelt:

 
• Polypektomie, EMR
• Behandlung von Hämorrhoiden mittels Gummibandligaturen
• endoskopische Vollwandresektion (eFTR)
• Stuhltransplantationen (Mikrobiomtransfer)
• Stenting

 

Bronchoskopie

 

Unsere Abteilung führt ebenfalls diagnostische Untersuchungen der Atemwegen, Probenentnahme, Bronchiallavagen mittels Bronchoskopie durch.

Ultraschallverfahren - Sonographie

Sonographie


Mit konventionellem Ultraschall,  Sonographien, werden diagnostische Untersuchungen des Bauchraumes (Abdomen) und der Schilddrüse vorgenommen. Zusätzlich werden sämtliche sonographisch gesteuerte Punktionen bei unklaren Befunden im Bauchraum (Abdomen), Schilddrüse, Lymphknoten oder subkutan sowie Kontrastmittelsonographien durchgeführt.


Ein weiteres Verfahren ist der endoskopische Ultraschall zur bessern Darstellung innerer Organe des Brustkorbes und des Bauchraumes sowie gegebenenfalls mit Punktion.

H2 - Atemtest


Der H2-Atemtest dient der Diagnostik bestimmter Zuckerunverträglichkeiten, wie z.B. einer Aufnahmestörung von Laktose, Fructose und Sorbit. Der Test wird auch zur Diagnose von Beschwerden wie chronischem Durchfall, chronischen oder wiederkehrenden Bauchschmerzen und anderen Beschwerden im Bauchraum angewandt.

Flimmerfrequenzanalyse

Als Leberzirrhose wird die eine chronische Erkrankung der Leber bezeichnet. Dabei verändert sich ihr Gewebe derart, das sie ihre Funktionen teilweise oder gar nicht mehr erfüllen kann. Oftmals tritt die Leberzirrhose erst Jahre als eine späte Folge von unterschiedlichsten Lebererkrankungen auf.

 

In der Abteilung Gastroenenterologie arbeiten wir mit einem speziellen Diagnosegerät, dem sogenannten Hepatonorm Analyzer, zur Bestimmung der Erkrankung und zur Messung ihres Verlaufes.

Stuhltransplantation - Mikrobiomtransfer

Seit Januar 2015 führen wir Stuhltransplantationen, den sogenannten Mikrobiomtransfer, bei komplizierten Infekten mit dem Darmbakterium Clostrium difficile in unserer Abteilung Gastroenterologie durch. Dabei arbeiten wir mit der Universität Köln und der Datenbank "Microtrans" in einer wissenschaftliche Kooperation zusammen.


Therapieprinzip


Infektionen mit Clostridium difficile nehmen in Deutschland zu und verursachen immer öfter schwere Krankheitsverläufe. Zwischen 2000 und 2011 ist die Zahl der deswegen stationär behandelten Patienten von 1.300 auf 28.000 gestiegen. Zwar ist Clostridium difficile durch Antibiotika behandelbar, doch bei einem Teil der Patienten kehrt die Infektion immer wieder zurück. Diese Betroffenen können durch die Übertragung von fremdem Stuhl  dauerhaft geheilt werden.


Den Durchbruch brachte 2013 eine Studie von Dr. Els van Nood und Kollegen, die im New England Journal of Medicine publiziert worden ist. Erstmals wurde hier der Mikrobiomtransfer in einer kontrollierten Studie geprüft und mit dem Standard der Antibiotika-Behandlung verglichen. Das Ergebnis war eindeutig, denn der Mikrobiomtransfer zeigte sich den konventionellen Therapien gegenüber als deutlich überlegen. Außerdem wurden nicht nur die Durchfälle geheilt, auch Bauchschmerzen und Müdigkeitssymptome wurden deutlich positiv beeinflusst.


Um die Therapiedetails besser zu verstehen, haben Gastroenterologen und Infektiologen der Universitäten Jena und Köln gemeinsam das Register „MikroTrans“ konzipiert. Es sammelt Daten über alle in Deutschland durchgeführten Mikrobiomtransfers, auch die aus dem St.-Johannes- Hospital Dortmund.

Ambulante Behandlungen

Ambulante Patienten melden sich bitte über das Geschäftszimmer der Klinik für Innere Medizin II (Tel.: (0231) 1843 – 35211 an. Hier erfolgt eine Terminvereinbarung zur Erfassung der Patientendaten, einer Blutabnahme und zu einem Aufklärungsgespräch.

Alle ambulanten Untersuchungen werden im sogenannten Kurzschlaf, einer Sedierung, durchgeführt. 

Ein Arzt des Endoskopie-Teams führt das Aufklärungsgespräch durch. Es erfolgen dann Terminvereinbarungen für die eigentlichen Untersuchungen.

 

Der Patient bleibt nach der Untersuchung im Überwachungsraum zur Beobachtung. Vor der Entlassung findet ein Informationsgespräch mit dem Untersucher statt. Unmittelbar zur Entlassung wird dem Patienten der Befund in zweifacher Ausfertigung ausgehändigt.

HR-Manometrie

Zunehmend wird die hochauflösende Manometrie („High Resolution Manometrie“, HRM) als Standardverfahren zur Abklärung von Speiseröhrenbeweglichkeitsstörungen verwendet. Das Verfahren wird auch als Drucktopographie der Speiseröhre ("esophageal pressure topography", EPT) bezeichnet, weil jedem Druck ein Farbwert zugeordnet wird (ähnlich wie bei der Darstellung von Hoch- und Tiefdruckgebieten bei der Wettervorhersage).

Impedanz / pH-Metrie

Bei einer Impedanz-Messung in der Speiseröhre wird eine Sonde transnasal eingebracht, mit der neben der normalen pH-Wert Erfassung die elektrische Leitfähigkeit des Ösophagus Inhaltes gemessen wird. Dabei werden die vom Magen in die Speiseröhre zurückfließenden Inhalte – ob sauer, nicht-sauer, flüssig oder gasförmig – erfasst.


Der elektrische Wiederstand im Ösophagus ändert sich mit der Aufnahme von Flüssigkeit oder Nahrung. Die Richtung des Bolus kann durch die Anordnung mehrerer Sensoren in unterschiedlichen Höhen bestimmt werden – dadurch entsteht ein erheblicher Vorteil gegenüber der herkömmlichen pH-Metrie.


Dem Untersucher werden durch die Impedanz-pH-Metrie Daten geliefert, die sichere und zuverlässige Diagnosen ermöglichen.

Forschungsprojekte

In der Qualitätssicherung und Forschung nimmt die Abteilung an mehreren Projekten teil:

- Deutsches Papillotomieregister
- Multicenter Registry of Fecal Microbiota Transplantation (Microtrans)
- Eso- Spong- Register
- Teilnahme am Projekt DRG in der Gastroenterologie der DGVS
- HP- Resistenzstudie der Universität Freiburg
- Phase 2b- Studie bei M. Crohn mit IL23- AK
- eFTR-Register