Kardiologie, Nephrologie, Intensivmedizin, Rhythmologie

Auf Herz und Nieren

Leitung:
Prof. Dr. med. Helge Möllmann

Die Klinik für Innere Medizin I des St.-Johannes-Hospitals teilt sich in die Bereiche Kardiologie und Nephrologie auf. Wir behandeln insbesondere akute Herzerkrankungen wie Herzinfarkte oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sowie Herzklappenfehler. Mit Hilfe unserer vier Linksherzkathetermessplätze diagnostizieren und therapieren wir derartige Erkrankungen in einem Schritt. Dabei stimmen wir uns eng mit den Kollegen aus der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie ab.

 

Weitere Schwerpunkte bilden die klinische Nephrologie mit der Behandlung des gesamten Spektrums der Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen und das Dialysezentrum, in dem wir alle gängigen Verfahren der Nierenersatztherapie durchführen, sowie das Rhythmuszentrum/Elektrophysiologie zur Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Herzschmerzen

Der Herzmuskel versorgt den gesamten Körper mit Blut. Das Pumpen des Muskels spüren wir am Herzschlag oder am Puls. Über das Blut werden alle Bereiche des Körpers mit lebenswichtigen Stoffen versorgt. Manche Menschen haben Schmerzen am Herzen oder im umliegenden Bereich. Diese Beschwerden stehen oft im Zusammenhang mit anderen Herzkrankheiten.

Symptome

Herzschmerzen treten typischerweise im linken Bereich des Brustkorbs oder hinter dem Brustbein auf. Betroffene berichten, dass ihre Schmerzen in den oberen Bauch, in den Rücken oder in die linke Schulter beziehungsweise den linken Arm ausstrahlen. In schlimmen Fällen schwitzen sie stark und bekommen schlecht Luft.

Ursachen

Verschiedene Erkrankungen des Herzens – zum Beispiel ein Herzinfarkt, die Koronare Herzkrankheit (KHK) oder eine Entzündung des Herzmuskels – führen zu Herzschmerzen. Ansonsten lösen häufig auch Krankheiten wie Bluthochdruck oder starke Belastung und Stress diese Art von Schmerzen aus.

Diagnostik und Therapie

  • Um die Ursachen von Herzschmerzen zu ermitteln, stehen uns verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Wichtig ist: Die nachfolgenden Untersuchungsmethoden kommen nicht bei jedem Patienten zum Einsatz, sondern hängen von der jeweiligen Situation und den Beschwerden ab. Wir beginnen jedoch immer mit einem EKG.
    • Elektrokardiogramm (EKG)
    • Belastungs-EKG
    • Laboruntersuchung (Blutentnahme)
    • Ultraschalluntersuchung des Herzens unter Belastung (Echokardiografie)
    • Kernspintomographie des Herzens unter Belastung (Cardio-MRT)
    • Computertomographie des Herzens (Cardio-CT)
    • Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie)
  • Die Wahl der Behandlungsform richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser der Herzschmerzen. Unsere Klinik verfügt im Bereich der zentralen Notaufnahme über eine spezielle Einrichtung – die sogenannte Chest Pain Unit. Hier behandeln wir Patienten mit unklaren Schmerzen in der Brust.
  • Können wir Defekte oder andere Herzkrankheiten ausschließen, empfehlen wir zunächst:
    • die Ernährung umzustellen,
    • sich mehr zu bewegen,
    • auf das Rauchen zu verzichten und
    • nur wenig oder gar kein Alkohol zu trinken.
Herzinfarkt

Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit nähr- und sauerstoffreichem Blut. Nur so kann das Organ den lebenswichtigen Blutkreislauf im Körper aufrechterhalten. Verschließt sich eines dieser Gefäße, wird ein Bereich des Herzens nicht mehr ausreichend durchblutet. Schlimmstenfalls stirbt das Gewebe an der betroffenen Stelle ab: Das ist ein Herzinfarkt.

Symptome

Ganz plötzlich treten starke Schmerzen im Brustbereich auf. Sie strahlen meistens bis zum Hals, in die Schultern, zum Rücken oder in den linken Arm aus. Zudem sind kalte Schweißausbrüche, Blässe oder niedriger Blutdruck typisch. Betroffene empfinden in diesem Zustand oft Todesangst. Es gibt aber auch Herzinfarkte ohne Symptome: Dies kommt vielfach bei Menschen vor, die unter Diabetes leiden.

Ursachen

Verengte Gefäße sind der Grund für einen Herzinfarkt. Solche Ablagerungen in den Blutbahnen entstehen im Laufe der Zeit. Menschen, die viel rauchen, schlechte Blutwerte haben oder unter Übergewicht leiden, sind besonders häufig betroffen.

Diagnostik und Therapie

  • Bei einem Herzinfarkt muss sofort der Notarzt alarmiert werden. Wenn der Patient nicht bei Bewusstsein ist, beginnt der Arzt mit der Wiederbelebung und versorgt den Betroffenen mit Medikamenten und Sauerstoff. Ist der Herzstillstand durch Kammerflimmern verursacht worden, setzt er eine Elektroschockbehandlung ein.
  • Im Rahmen der Diagnostik kommt dem Elektrokardiogramm (EKG) eine Schlüsselrolle zu. Darüber hinaus führen wir bei Verdacht auf Herzinfarkt immer eine Laboruntersuchung (Blutentnahme) durch. Wenn eine dieser beiden Methoden auf einen Herzinfarkt hindeutet, schließen wir eine Cardio-MRT oder Herzkatheteruntersuchung an.
  • Im Krankenhaus versuchen wir das Gerinnsel, welches das betroffene Blutgefäß verstopft, aufzulösen. An unseren Linksherzkathetermessplätzen behandeln wir Herzinfarkte mittels Kathetertechnik (PCI). Dabei wird die Engstelle mit einem Ballonkatheter gedehnt und Gefäßstütze (Stent) implantiert. Die primäre perkutane Koronarintervention (PCI) ist heute die Therapie der Wahl, wenn sie innerhalb von 90 Minuten nach medizinischem Erstkontakt (Notarzt) durchgeführt werden kann. Grundsätzlich gibt es bei der PCI zwei Zugangswege: über die Leiste oder die Pulsader. Im St.-Johannes-Hospital bevorzugen wir den Zugang über die Pulsader, weil die Gefahr von Blutergüssen hierbei deutlich geringer ist. 
  •  In ganz schweren Fällen erhält der Patient eine notfallmäßige Bypass-Operation. Diesen Eingriff führen die Kollegen aus der Herzchirurgie durch.

Herzrhythmusstörungen

Das Herz gesunder Menschen schlägt im Ruhezustand normalerweise zwischen 60 bis 80 Mal in der Minute. Bei körperlicher Anstrengung oder starken Gefühlen wie Wut beschleunigt sich der Herzschlag. Im Schlaf verlangsamt er sich dagegen. Weicht der Herzschlag von seiner normalen Taktfolge ab, liegen Herzrhythmusstörungen vor.

Symptome

Herzrhythmusstörungen äußern sich auf verschiedene Arten: etwa Herzstolpern oder Herzrasen. Hinzu kommen Schwindel, Verwirrtheitszustände oder Ohnmacht. Zusätzlich leiden Betroffene unter Herzschmerzen.

Ursachen

Unterschieden wird zwischen äußeren und organischen Ursachen: Äußere Faktoren sind zum Beispiel Angst, Nervosität, Aufregung, ein übermäßiger Konsum von Koffein, Alkohol oder Drogen sowie fieberhafte Infektionen. Erkrankungen am Herzen beschreibt man dagegen als organische Auslöser. Herzrhythmusstörungen können auch bei völlig gesunden Menschen gelegentlich als harmlose Ausnahme auftreten.

Therapie

Im Rhythmuszentrum am St.-Johannes-Hospital Dortmund untersuchen und behandeln wir Patienten mit Logo RhythmusZentrumHerzrhythmusstörungen. Auf der zentrumseigenen Internetseite erhalten Sie ausführliche Informationen über:

•    Untersuchungsverfahren,
•    Therapien und
•    Ansprechpartner.

Herzschwäche

Das Herz versorgt sämtliche Organe und das Gewebe im Körper mit Blut. Bei einer Herzschwäche kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen – der Blutkreislauf ist gestört. Eine Herzschwäche tritt entweder akut innerhalb weniger Stunden oder Tage auf oder entwickelt sich schleichend über mehrere Jahre. Dann ist die Rede von einer chronischen Herzschwäche.

Symptome

Die akute Herzschwäche macht sich durch plötzlichen Husten und starke Atemnot bemerkbar. Der Herzschlag beschleunigt sich. Betroffene sind meist blass und schwitzen. Innerhalb kurzer Zeit verschlimmern sich die Symptome. Bei einer chronischen Herzschwäche dagegen nimmt allmählich die Leistungsfähigkeit ab. Außerdem zeigt sie sich an eingelagerter Flüssigkeit in den Beinen und einer unerklärlichen Gewichtszunahme.

Ursachen

Andere Krankheiten am Herzen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler oder Koronare Herzerkrankungen (KHK), lösen häufig eine Herzschwäche aus. Aber auch Fieber, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Blutarmut führen gelegentlich zu einem schwachen Herzen. Selten entwickelt sich die Herzschwäche aus einem angeborenen Herzfehler. Ebenso können Zytostaika - das sind Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden - eine Herzschwäche herbeiführen.

Diagnostik und Therapie

  • Mithilfe der Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) können wir die Pumpkraft des Herzmuskels und die Funktion der Herzklappen überprüfen. Darüber hinaus ist die Kernspintomographie (Cardio-MRT) eine wichtige diagnostische Maßnahme, um die Ursache der Herzschwäche zu ermitteln.
  • Klagt ein Patient über Luftnot, kann die Ursache in der Lunge oder im Bereich des Herzens liegen. Mit einer Spiroergometrie können wir Herz und Lunge gleichzeitig untersuchen. Der Patient sitzt auf einem Fahrrad und muss, ähnlich wie bei einer einfachen Ergometrie, gegen einen stärker werdenden Widerstand antreten. Die Ausatemluft wird über eine Maske aufgefangen. Volumen und Qualität der Ausatemluft geben Auskunft über den Zustand der Lunge. Zudem dokumentieren wir über ein Elektrokardiogramm (EKG) die Herzfrequenz und den Blutdruck.
  • Im Rahmen der Therapie gilt es, das Herz zu entlasten. Dies geschieht zunächst in Form einer medikamentösen Therapie. Außerdem behandeln wir die auslösenden Grunderkrankungen. Wer unter einer Herzschwäche leidet, sollte seinen Flüssigkeitshaushalt gut im Blick haben. Hier helfen unsere Nieren-Spezialisten (Nephrologen) weiter.
  • In manchen Fällen müssen wir den Patienten ein spezielles Herzschrittmachersystem einsetzen. Diese Behandlung wird auch biventrikuläre Schrittmachertherapie oder kardiale Resynchronisationstherapie (Cardiac Resynchronization Therapy, CRT) genannt. Ein CRT-Gerät unterstützt die Pumpfunktion des Herzens. Es kommt nur bei Patienten mit einer besonders schweren Herzschwäche zum Einsatz.
Herzklappenfehler

Die Herzkammern pumpen regelmäßig Blut in den Körperkreislauf. Durch die rechte Herzkammer gelangt sauerstoffarmes Blut in die Lunge. Die linke transportiert sauerstoffreiches Blut in den Körper. Beide Herzkammern haben jeweils zwei Herzklappen: In der linken Herzhälfte liegen die Aorten- und Mitralklappe, in der rechte Hälfte die Pulmonal- und die Trikuspidalklappe. Alle Klappen wirken während der Pumpvorgänge wie Ventile: Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Schließt eine Herzklappe nicht mehr richtig schließt, spricht man von einer Insuffizienz. Je nachdem wie groß dieser Defekt ist, kann so viel Blut zurückfließen, dass der Betroffene starke Luftnot verspürt oder sich Wasser in der Lunge ansammelt. Eine zu enge Herzklappe wird als Stenose bezeichnet.
Herzklappenfehler treten am häufigsten in der linken Herzhälfte auf. Nach der Aortenklappenstenose ist die Mitralklappeninsuffizienz der zweithäufigste operierte Herzfehler.

Symptome

Die Symptome unterscheiden sich nach Art und Schwere des Herzklappenfehlers. Atemnot oder Kurzatmigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Schwindel treten jedoch häufig auf.

Ursachen

Natürliche Verschleißprozesse oder Entzündungen der Herzklappe sind die Hauptursachen. Darüber hinaus kann eine erweiterte Herzkammer für den Herzklappenfehler verantwortlich sein.

Diagnostik und Therapie

  • Ein Herzklappenfehler lässt sich über eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) oder eine Cardio-MRT feststellen.
  • Normalerweise wird eine defekte Aortenklappe durch eine Bioklappe oder eine Kunstklappe ersetzt. Die Operation am offenen Herzen führen unsere Kollegen aus der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie durch. Bei schwerkranken oder alten Patienten empfehlen wir ein neues kathetergestütztes Verfahren. Es nennt sich TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation). Mit dieser Methode sind wir in der Lage, die Aortenklappe ohne größeren Schnitt und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am schlagenden Herzen zu ersetzen. Zugang zum Herzen verschafft sich der Kardiologe über einen Herzkatheter - das ist ein dünner biegsamer Kunststoffschlauch -, den er über die Leistenvene in den Körper einführt. 
  • Nur in Ausnahmefällen ist es möglich, die Aortenklappe zu reparieren.
  • Im Gegensatz zur Aortenklappe kann eine defekte Mitralklappe häufig repariert werden. Darüber entscheidet der Herzchirurg während der OP. Ist ein Eingriff am offenen Herzen für den Patienten jedoch zu risikoreich, nutzen wir ein alternatives Verfahren: das sogenannte Mitralklappen-Clipping. Mit einem Herzkatheter wird eine Art Klammer an den beiden Segeln der Mitralklappe befestigt. Der Eingriff dauert etwa zwei bis drei Stunden und erfolgt unter Vollnarkose. Der Patient kann das Krankenhaus normalerweise schon nach zwei bis vier Tagen verlassen.
  • In schweren Fällen ersetzt unser Spezialistenteam die beschädigte Herzklappe durch eine Prothese.
Lungenembolie

Auslöser eine Lungenembolie ist ein verstopftes Blutgefäß in der Lunge. Das Blutgerinnsel (Thrombus) stammt meistens aus den Bein- oder Beckenvenen, wo sich eine Thrombose gebildet hat. Es wird mit dem Blutstrom fortgeschwemmt. Wenn der Pfropfen ein größeres Lungengefäß verschließt und damit den Blutkreislauf behindert, kann eine Lungenembolie lebensbedrohlich werden. Eine Thrombose lässt sich vermeiden, indem man langes Sitzen und Stehen vermeidet. Auf Langstreckenflügen empfieht es sich, Kompressionsstrümpfe zu tragen oder vorab Blutverdünner, zum Beispiel Xarelto Tabletten, zu nehmen.

Symptome

Anzeichen einer Lungenembolie sind unter anderem plötzliche Luftnot, Schmerzen beim Atmen, Herzrasen oder plötzliche Bewusstlosigkeit. In schweren Fällen kann es sogar zum Kreislaufstillstand kommen. Die vorausgehende Thrombose macht zu Beginn keine Beschwerden. Deshalb bleibt sie häufig unbemerkt. Aufgrund der verstopften Blutbahn kann das Bein jedoch anschwellen, sich rötlich oder bläulich verfärben und sich schwer anfühlen. Darüber hinaus können auch Bein- oder Wadenschmerzen auftreten. Sie werden beim Stehen oder Sitzen vielfach stärker und bessern sich, wenn man liegt und das Bein hochlagert.

Ursachen

In der Regel wird eine Lungenembolie durch eine Thrombose ausgelöst. Thrombosen können unterschiedliche Ursachen haben. Risikofaktoren für einen gestörten Blutfluss sind starke Krampfadern, eingeklemmte Gliedmaßen, langes Sitzen (vor allem Langstreckenflüge) und Bettlägerigkeit. Auch Schäden an den Gefäßwänden, etwa durch einen Unfall, altersbedingt oder durch Entzündungen, sind Auslöser von Thrombosen. Weitere Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, Krebserkrankungen, bestimmte Medikamente und eine Herzschwäche. Bei Schwangeren ist die Thrombosegefahr ebenfalls erhöht.

Diagnostik und Therapie

  • Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie, ist schnelles Handeln gefragt. Alarmieren Sie den Notarzt! Der Betroffene sollte sich möglichst wenig bewegen.
  • Bestimmte Blutwerte (D-Dimere) können den Verdacht einer Lungenembolie erhärten. Deshalb gehört die Blutuntersuchung zum Standard. Zudem führen wir eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) oder eine Computertomografie (CT-Angiografie) durch.
  • Es erfolgt eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten.
  • Bei einer schweren Lungenembolie mit möglichem Herzversagen greifen wir auf die Lysetherapie zurück. Alternativ kann auch eine Katheterbehandlung zum Einsatz kommen.
  • Sehr selten ist ein operativer Eingriff (pulmonale Embolektomie) nötig, um das Gerinnsel zu beseitigen. 
Echokardiografie

Bei der Echokardiografie untersuchen wir das Herz per Ultraschall. Das Verfahren ist Standard, wenn es darum geht, die Pumpkraft des Herzmuskels und die Funktion der Herzklappen zu beurteilen: Sie können undicht oder zu eng werden. Meistens setzen wir für die Echokardiografieeine Sonde auf den Brustkorb. In seltenen Fällen geht die Untersuchung von der Speiseröhre aus, sodass die Struktur der Herzklappen dargestellt werden kann. Dies ist nötig, wenn die Herzklappen entzündet sind oder wenn wir ein Blutgerinnsel im Herzen vermuten.

 

Die Echokardiografie kommt bei folgenden Krankheitsbildern zum Einsatz: Herzschmerzen/Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzklappenfehler.

Cardio-MRT

Die Abkürzung MRT steht für Magnetresonanztomografie und bezeichnet ein bildgebendes Verfahren. Geläufig ist auch der Name Kernspintomografie. Durch das starke Magnetfeld in der MRT-Röhre werden dreidimensionale Abbildungen des Körperinneren erzeugt. Mit diesem Spezialverfahren können wir etwa die Pumpkraft des Herzens genau überprüfen oder komplexere Herzfehler aufdecken. Außerdem ist es mithilfe der MRT möglich, das Ausmaß undichter Herzklappen zu bestimmen.

 

Damit Narben am Herzmuskel – entstanden durch einen Herzinfarkt – im MRT erkennbar sind, wird dem Patienten gegen Ende der Untersuchung ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt. Gleiches gilt, wenn wir eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nachweisen wollen. Das Kontrastmittel (Wirkstoff: Gadolinium) kann die Darstellung deutlich verbessern. Die Nierenfunktion des Patienten muss dafür jedoch bekannt sein.

 

Bei der sogenannten Stress-MRT erhält der Patient während der Untersuchung ein Stress-Medikament, das in die Vene gespritzt wird. Aus den Bildern lassen sich Rückschlüsse auf die Durchblutung der Herzkranzgefäße ziehen. Die Kranzgefäße selbst können nicht direkt gezeigt werden.

 

Wegen des Magnetfeldes im Untersuchungsraum müssen wir vorher abklären, ob der Patient Metalle im Körper hat. Bei bestimmten Implantaten (die meisten Herzschrittmacher, Innenohrimplantate, implantierte Pumpen oder Ventile) kommt die Cardio-MRT nicht infrage, da die Geräte Schaden nehmen könnten. Eventuelle Platzangst in der Röhre können die meisten Patienten gut überwinden.

 

Die Cardio-MRT kommt bei folgenden Krankheitsbildern zum Einsatz: Herzinsuffizienz/Herzschwäche, Herzinfarkt, Herzklappenfehler.

Cardio-CT

Bei der Computertomografie entstehen die Bilder mittels Röntgenstrahlen. Damit die Herzkranzgefäße sichtbar werden, erhält der Patient während der Untersuchung ein jodhaltiges Kontrastmittel, das in die Vene gespritzt wird. Dafür muss seine Nieren- und Schilddrüsenfunktion bekannt sein. Die Cardio-CT ist eine nicht-invasive Alternative zur Herzkatheter-Untersuchung im Katheterlabor. Im Vergleich wird hierbei kein Katheter benötigt – also kein Untersuchungsgerät in den Körper eingeführt.

 

Voraussetzung für das Verfahren ist ein sehr ruhiges und regelmäßiges EKG. Starke Verkalkungen können die Betrachtung der Kranzgefäße stören oder sogar unmöglich machen.

 

Die Cardio-CT kommt bei Herzschmerzen beziehungsweise der Koronaren Herzerkrankung zum Einsatz.

Akutes oder chronisches Nierenversagen

Die Nieren scheiden über den Harn Giftstoffe aus. Außerdem regulieren diese lebenswichtigen Organe den Wasser-, Salz- sowie Säure-Basen-Haushalt, sie regulieren den Blutdruck und bilden bestimmte Hormon. Wenn die Nieren nicht mehr richtig funktionieren, entwickelt sich daraus ein Nierenversagen. Die Erkrankung kann plötzlich (akut) oder langsam forschreitend (chronisch) auftreten.

Symptome

Patienten mit akutem Nierenversagen können häufig keinen oder nur wenig Urin ausscheiden, weil die Harnproduktion zum Erliegen kommt. Chronisches Nierenversagen verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Erst in fortgeschrittenen Stadien entwickeln sich Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Atemnot, Bluthochdruck, Gefühlsstörungen und Juckreiz sowie eine ausbleibende Menstruation und Impotenz. Wird das Nierenversagen nicht behandelt, entwickelt sich eine bedrohliche Vergiftung, da lebenswichtige Abläufe im Körper empfindlich gestört sind.

Ursachen

Die Ursachen für akutes Nierenversagen lassen sich in drei Kategorien einteilen:

 

  • Mangelnde Versorgung der Nieren mit Blut (zum Beispiel bei Herzkreislauferkrankungen, Schock und Flüssigkeitsverlusten)
  • Direkte Schädigung der Nieren (zum Beispiel durch Medikamente, Röntgenkontrastmittel oder Entzündungsprozesse)
  • Behinderungen des Harnabflusses (zum Beispiel Harnleitersteine, Vergrößerungen der Prostata, Tumore oder Blasenlähmungen)

 

Chronisches Nierenversagen entwickelt sich häufig als Folge eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), eines hohen Blutdrucks oder einer Herzmuskelschwäche, gelegentlich auch durch Nierenentzündungen oder Erbkrankheiten.

Diagnostik und Therapie

  • Beim Nierenversagen sind verschiedene diagnostische Maßnahmen nötig. Neben dem ärztlichen Gespräch, das häufig schon entscheidende Hinweise liefert, führen wir eine körperliche Untersuchung durch, nehmen dem Patienten Blut ab und kontrollieren seinen Urin. Außerdem schaut sich der Arzt die Nieren mittels Ultraschall an. Je nach Situation sind eventuell weitere Röntgenuntersuchungen oder die Entnahme einer Gewebeprobe aus einer Niere in örtlicher Betäubung erforderlich.
  • Die Behandlung eines chronischen Nierenversagens ist abhängig vom Stadium der Erkrankung, von den Ursachen und den Begleitkomplikationen. Da oft andere Krankheiten eine entscheidende Rolle spielen, ist es wichtig, sie ebenfalls zu therapieren.
  • In erster Linie setzen wir Medikamente ein. Zusätzlich beraten wir Betroffene in allen Fragen der Ernährung und besprechen mit Ihnen konkrete lebensstiländernde Maßnahmen. Kann dadurch die Erkrankung nicht aufgehalten werden, besteht die Möglichkeit einer Nierenersatztherapie, meistens  in Form einer Dialyse.
Bluthochdruck

Unter dem Blutdruck verstehen wir im Allgemeinen die Kraft, die das Blut auf die Blutgefäße ausübt. In der Regel ist damit aber der Druck in den großen Arterien gemeint. Der systolische Druck (erster Wert der Blutdruckmessung) wird dabei durch die Auswurfkraft des Herzens erzeugt. Der diastolische Druck (zweiter Wert der Blutdruckmessung) entspricht dem Dauerdruck im arteriellen Gefäßsystem.

 

Die Normalwerte des Blutdrucks liegen für Erwachsene im Bereich 120/70 bis 140/90 mmHg. Werte darüber kennzeichnen eine Bluthochdruckerkrankung (arterielle Hypertonie).

Symptome

Bluthochdruck wird oft erst spät erkannt, da sich lange keine Beschwerden zeigen. Daher sollte der Blutdruck regelmäßig überprüft werden. Treten Symptome wie Nervosität, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Atemnot oder Brustschmerzen auf, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Bluthochdruck wird meistens durch eine Summe verschiedener Ursachen hervorgerufen. Dazu zählen: familiäre Belastung,  Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und eine salzreiche Ernährung. Je mehr dieser Faktoren zusammenreffen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck.

 

Gelegentlich verbergen sich hinter dem hohen Blutdruck aber auch eine Nierenerkrankung, hormonelle Störungen oder beispielsweise eine schlafbezogene Atemstörung. Daher sollten bei jeder Erstdiagnose eines hohen Blutdruckes  solche Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Diagnostik und Therapie

  • Verschiedene Blutdruckmessungen, Blut- und Urinuntersuchungen sowie eine detaillierte ärztliche Untersuchung gehören zu den standardmäßig durchgeführten Maßnahmen. Je nach Ergebnis dieser Basisuntersuchungen sind gegebenenfalls weitere Schritte erforderlich.
  • Sofern eine Ernährungsumstellung und eine gesündere Lebensweise die Blutdruckwerte nicht eindeutig verbessern, behandeln wir diese Erkrankung mit Medikamenten, sogenannten Blutdrucksenkern. Leiden die Betroffenen bereits unter Folgeschäden, ist eine umfassendere Behandlung notwendig.
  • Patienten mit Bluthochdruck benötigen zum Teil mehrere blutdrucksenkende Substanzen, da sich hierdurch die Wirkungen verstärken und die Nebenwirkungen abschwächen lassen.
    Vieler solcher Patienten  werden von unseren Nieren-Spezialisten (Nephrologen) in der Nieren-Ambulanz behandelt.