Palliativstation in der Klinik für Innere Medizin II im St.-Johannes-Hospital Dortmund

Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin, Gastroenterologie

Palliativmedizin im St.-Johannes-Hospital

Die Palliativmedizin im St.-Johannes-Hospital betreut Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung unter anderem auf einer eigens dafür eingerichteten Station. Bei diesen Patienten spricht die Erkrankung nicht mehr auf eine heilende Behandlung an. Die Linderung von Schmerzen und anderen Krankheitsbeschwerden sowie psychosozialer und spiritueller Probleme hat höchste Priorität.

Die St. Johannes-Gesellschaft hat bereits 1999 eine eigene Palliativstation eingerichtet. Als Partner des „Palliativ- und Hospiznetzes Dortmund“ und Mitglied der „Gemeinschaft Hospiz Dortmund“ ist die Palliativstation in der Stadt Dortmund gut vernetzt.

Die Station

Der Aufenthalt auf der Palliativstation soll für Patienten und ihre An- und Zugehörigen so angenehm wie möglich sein. Wohnlich eingerichtete Patientenzimmer mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten und warme Farben sorgen für eine behagliche Atmosphäre. Insgesamt verfügen wir über sieben Betten, die sich auf drei Einzel- und zwei Doppelzimmer verteilen. Alle Zimmer haben eine eigene Nasszelle. Eine Schlafcouch in jedem Zimmer bietet Angehörigen die Möglichkeit einer 24-Stunden-Begleitung.


Sollte Patienten oder ihren Gästen nach einem „Tapetenwechsel“ zumute sein, bieten sich das Wohnzimmer oder die Küche an. Dort können Sie – sofern Sie möchten – selbst kochen und backen. Dies kann helfen, ein wenig „Alltagsgefühl“ aufkommen zu lassen. Damit bei den kleinen Besuchern keine Langeweile aufkommt, haben wir auf der Station eine Spielecke eingerichtet. Auf der großen Dachterrasse können Patienten auch im Bett Sonne, frische Luft und den Blick auf unsere Blumen genießen.

Weitere Informationen über die Palliativstation finden Sie in unserem Flyer und in unserer Broschüre.

Palliativversorgung - Was heißt das?

Palliative Care (Palliativversorgung) ist der Fachausdruck für eine symptomorientierte, lindernde Behandlung. Der Begriff „palliativ“ leitet sich vom lateinischen Wort für Mantel (pallium) ab. Wie mit einem Mantel sollen Körper, Geist und Seele des unheilbar kranken Menschen „umhüllt“ werden, um ihm so ein schmerzarmes und würdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Palliative Care bedeutet eine ganzheitliche Behandlung und Begleitung von Patienten und ihren Angehörigen mit einer aktiven, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung in der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine heilende Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen und anderen Krankheitssymptomen, psychischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt. Dabei soll die Lebensqualität und Selbständigkeit des Betroffenen möglichst weit verbessert beziehungsweise erhalten werden.

Palliative Care erfordert eine enge, multiprofessionelle Zusammenarbeit. Auf der Palliativstation besteht das Team aus folgenden Personen, die sich je nach Bedarf um Patienten und Angehörige kümmern:

  • Pflegekräfte,
  • Team der Brückenpflege,
  • Ärzte,
  • Seelsorger,
  • Psychoonkologen,
  • Physiotherapeuten und
  • Ehrenamtliche.

Ziel der Behandlung auf der Palliativstation ist es, die zur Krankenhausaufnahme führende Situation, soweit es geht, zu stabilisieren und vorhandene Symptome zu lindern. Schon während der Behandlung auf der Palliativstation überlegen wir gemeinsam mit den Familien, wie sich eine weitere Versorgung des Patienten organisieren lässt. Im Gegensatz zum Hospiz ist auf der Palliativstation keine dauerhafte Versorgung möglich. Es handelt sich um eine Krankenhausbehandlung, die nach erfolgter Therapie wieder beendet wird. Natürlich ist bei erneuter Verschlechterung der Situation – falls erforderlich – eine neue Aufnahme möglich. Auf der Palliativstation finden keine Chemotherapien statt.

Aufnahme und Entlassung

Wer kann sich an uns wenden?

  • Menschen, die an einer unheilbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit behandlungsbedürftigen Symptomen leiden: Das können Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Verstopfung sein. Angstzustände oder psychosoziale Krisensituationen können eine Aufnahme ebenfalls erforderlich machen.
  • Angehörige und Freunde von Betroffenen
  • Ärzte, andere Kliniken, Ambulante Dienste

Wie läuft die Aufnahme ab?

Ganz wichtig: Sie als Patient müssen mit der Aufnahme auf unserer Palliativstation einverstanden sein. Im Vorfeld ist es uns wichtig, mit Ihnen ein Gespräch zu führen – sofern das möglich ist. In diesem Gespräch werden Sie, und wenn Sie möchten auch Ihre Angehörigen, über die Möglichkeiten der Palliativmedizin und das Angebot der Palliativstation informiert. Fragen und Wünsche finden dort Raum, erste Zielvereinbarungen werden getroffen. Nutzen Sie das Gespräch, um Fragen zu klären und spezielle Wünsche zu äußern.


Nach dem Vorgespräch haben Sie ausreichend Bedenkzeit. Alle Beteiligten erhalten Informationsmaterialien und Telefonnummern, damit sie bei Rückfragen Kontakt aufnehmen können. Ein Besuch auf der Palliativstation ist nach Absprache natürlich möglich. Sollte eine Behandlung auf unserer Station für Sie sinnvoll sein und sollten Sie sie wünschen, planen wir je nach Bettenkapazität Ihre Aufnahme.

Wie geht es nach der Entlassung weiter?

Schon im Vorgespräch oder bei der Aufnahme thematisieren wir mit Ihnen und Ihren Angehörigen die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. So können wir diese Phase gemeinsam vorbereiten. Der Zeitpunkt der Entlassung wird frühzeitig mit Ihnen und Ihren Angehörigen besprochen. Ziel ist es, Sie in eine gut vorbereitete Umgebung zu entlassen. Die Palliativstation im St.-Johannes-Hospital ist sehr gut vernetzt, sodass wir schnell Kontakt zu verschiedenen Diensten herstellen können. Wir bieten unter anderem folgendes an:

  • Beratung und Organisation verschiedener ambulanter Dienste (zum Beispiel Palliativpflegedienste, Hospizdienste, Palliativärztlicher Konsiliardienst, Physiotherapeuten)
  • Optimierung und Organisation der Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln
  • Sozial-rechtliche Beratung
  • Kontaktaufnahme zu Krankenkassen
  • Kontaktaufnahme zum Hausarzt

Wenn Sie entlassen werden, erhalten Sie von uns einen abschließenden Bericht und einen Medikamentenplan, den wir Ihnen und Ihrer Familie erklären. Außerdem geben wir allen beteiligten Diensten und Ihrem Hausarzt rechtzeitig Bescheid. Doch auch nach Ihrer Entlassung können wir in Kontakt bleiben, sofern Sie das wünschen. Wir sind rund um die Uhr unter dieser Nummer für Sie erreichbar: Tel. (0231) 18 43 38 340.

Was passiert, wenn ein Patient stirbt?

Nicht bei allen Patienten kann eine stabile Situation erreicht werden. Zeichnet sich ab, dass ein Patient stirbt, ermöglichen wir es, dass er in einem Einzelzimmer oder alleine in einem Doppelzimmer liegen kann. Somit können Angehörige und das Team den Patienten kontinuierlich betreuen und den Sterbeprozess individuell begleiten.
Ist ein Patient gestorben, wird er vom Pflegepersonal versorgt – auf Wunsch auch mit Hilfe oder im Beisein der Angehörigen. Der Verstorbene kann bis zu 24 Stunden im Zimmer auf der Palliativstation bleiben. So haben Angehörige und Freunde Zeit, sich in ruhiger und privater Atmosphäre zu verabschieden. Auf Wunsch findet eine Verabschiedung durch den Seelsorger statt. Nach Rücksprache mit dem jeweiligen Bestatter wird der Patient abgeholt.


Auf der Station befinden sich Gedenkbücher aller verstorbenen Patienten seit 1999. Die Bücher werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern gestaltet. Hierfür können Sie oder Ihre Angehörigen auch eigene Fotos, Verse oder Ähnliches bei uns abgeben. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, das Gedenkbuch auf der Palliativstation einzusehen. Zweimal im Jahr veranstaltet das Team der Palliativstation in der Kapelle des St.-Johannes-Hospitals eine Gedenkfeier für die Verstorbenen. Dazu werden alle Angehörigen der im jeweiligen Zeitraum Verstorbenen schriftlich eingeladen.


An jedem ersten Donnerstag im Monat findet im Wohnzimmer der Palliativstation ein Gesprächskaffee für Angehörige bei uns behandelter und inzwischen verstorbener Patienten statt. In gemütlicher Runde können sie sich bei Kaffee und Kuchen mit anderen Betroffenen, den ehrenamtlichen Helfern der Palliativstation oder unserem Seelsorger austauschen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Palliativmedizinischer Konsiliardienst

Der palliativmedizinische Konsiliardienst bietet ein Beratungsangebot für Patienten mit weit fortgeschrittener unheilbarer Erkrankung und für deren Angehörige. Bei belastenden Symptomen wie Schmerzen und Übelkeit begleiten wir Patienten auf allen Stationen des Krankenhauses. Der palliativmedizinische Konsiliardienst berät außerdem in sozial-rechtlicher Hinsicht, unterstützt bei der Entlassung und stellt einen Kontakt zum Palliativ- und Hospiznetz Dortmund her.

 

Eine Kontaktaufnahme mit dem Brückenteam der Palliativstation ist unter der Rufnummer (0231) 18 43 - 38 345 zu den Sprechzeiten montags bis freitags 8 bis 15 Uhr möglich.