Die Entbindung

Sie haben mehrere Möglichkeiten, Ihr Kind zu entbinden. In unseren Kreißsälen können Sie zwischen verschiedenen Positionen und Hilfsmitteln wählen. Welche das sind, erfahren Sie hier:

Spontangeburt

Die Spontangeburt ist das natürliche „Auf-die-Welt-Kommen“ eines Babys ohne geburtshilflich operative Maßnahmen. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Geburtswehen regelmäßig auftreten, können häufig zehn bis zwölf Stunden vergehen, bis das Kind das Licht der Welt erblickt. Manchmal dauert die Geburt auch nur weniger als zwei bis drei Stunden.  In der Regel verläuft die Geburt bei Erstgebärenden etwas langsamer als bei Frauen, die bereits Kinder auf die Welt gebracht haben.

 

Sollten Sie sich während der Wehen in Ihrem Zimmer nicht mehr wohlfühlen und ist es noch zu früh für den Kreißsaal, dann steht Ihnen unser Wehenzimmer zur Verfügung. Ausgestattet mit einem großen Wasserbett und einer Badewanne können Sie dort die Zeit bis zur Geburt verbringen. Grundsätzlich stehen Ihnen unsere Hebammen zu jedem Zeitpunkt der Geburt zur Verfügung und beraten und unterstützen sie gerne.

 

Experten teilen die Geburt in drei Phasen ein:

Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase beginnt, wenn die Wehen regelmäßig einsetzen. Die Wehen sind koordinierte Kontraktionen der Gebärmutter, werden durch das Hormon Oxytocin gesteuert und bewirken die Öffnung des Muttermundes. Mit dem vollständig geöffneten Muttermund von rund zehn Zentimetern endet die Eröffnungsphase.

Austreibungsphase

Die Austreibungsphase ist die anstrengendste aller drei Phasen. Die Frau kann jetzt aktiv mithelfen, das Baby hinauszuschieben. Wichtig ist, dass sie im richtigen Rhythmus atmet und presst, um die natürliche Wehenbewegung zu unterstützen. Wenn der Kopf aus dem Geburtskanal ausgetreten ist, folgt fast von allein der Rumpf des Babys. Dann hat Ihr Kind das Licht der Welt erblickt!

Nachgeburtsphase

Die Nachgeburtsphase beginnt, nachdem Ihr Baby geboren ist. Die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand und wird dann durch leichtere Kontraktionen ausgestoßen.Im Anschluss wird der Mutterkuchen überprüft, denn es dürfen keine Bestandteile in der Gebärmutter zurückbleiben. Diese können  das Risiko für Infektionen steigern. Noch während die Mutter von  Ärzten und Hebammen umsorgt wird, liegt das Baby auf der Brust der Mutter. Dann können der erste Hautkontakt und das erste Stillen stattfinden.

 

Direkt nach der Geburt werden Sie und Ihr Baby noch im Kreißsaal versorgt. So werden Sie und ihr Kind niemals voneinander getrennt und Sie können so eine noch intensivere Bindung zueinander aufbauen.

Ihre Idealposition während der Entbindung

In unseren hell und freundlich gestalteten Kreißsaal werden Sie verlegt, sobald die Fruchtblase eventuell geplatzt ist und sich der Muttermund weiter öffnet. In unserem Kreißsaal erwarten Sie verschiedene Hilfsmittel neben dem Entbindungsbett, die Ihnen die Geburt erleichtern. Das sind zum Beispiel Bälle, auf denen Sie während der Wehen sitzen können, oder Seile, an denen Sie sich hochziehen oder festhalten können. Unsere Entbindungsbetten bieten Ihnen viele verschiedene Positionen, die Sie allesamt ausprobieren dürfen. So lange, bis Sie die für Sie perfekte Gebärposition gefunden haben. Unsere Ärzte und Hebammen geben Ihnen gerne Tipps und Anregungen.

Kaiserschnitt

Fast jedes dritte Baby wird heute in Deutschland per Kaiserschnitt geboren. Viele Eltern entscheiden sich ganz bewusst für die Operation. Diese geplanten Kaiserschnitte finden in der Regel vormittags bei uns statt. Wir bevorzugen die Technik des "Sanften Kaiserschnitts". Hierbei wird das Gewebe gedehnt und nicht geschnitten. Nach der OP hat die Frau weniger Schmerzen und die Wundheilung verläuft besser.

 

Ein Kaiserschnitt durch einen unserer Ärzte etwa 30 Minuten im Operationssaal, der direkt an die Kreißsäle angegliedert ist. Nachdem das Gewebe bis zur Gebärmutter durchtrennt hat, öffnet er die Gebärmutter. Dann der große Moment: Der Arzt öffnet die Fruchtblase und sagt diese ab, bevor er Ihr Kind mit wenigen Handgriffen aus der Gebärmutter nimmt. Nach dem Abnabeln, das gerne der Vater des Kindes übernehmen darf, wird das Kind untersucht. Der Bauchschnitt wird, nachdem die Plazenta von der Gebärmutter entnommen wurde, sorgfältig Schicht für Schicht wieder verschlossen. Anschließend dürfen Sie sich voll und ganz Ihrem Neugeborenen widmen.

 

Nach einem Kaiserschnitt können die meisten Frauen schon am selben Tag in Begleitung wieder aufstehen. Das ist auch wichtig, um einer Venenthrombose vorzubeugen. Zusätzlich helfen auch Heparinspritzen und Kompressionsstrümpfe.  

Die Entbindung per Kaiserschnitt ist heute ein Routineeingriff, bei dem es nur selten zu Komplikationen kommt. Dennoch ist jeder operative Eingriff mit Risiken verbunden. Das können Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen sein. Bei aller Vorsicht kann es außerdem dazu kommen, dass durch den Eingriff Organe wie Blase oder Darm verletzt werden. Wird der Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen durchgeführt, sind die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind aber meistens geringer als bei einer normalen Entbindung.

 

Kaiser-Geburt: Während des Kaiserschnitts senken wir auf Wunsch gerne das Sichtschutz-Tuch, damit Sie sehen und miterleben können, wie wir Ihr Baby aus dem Bauch heben. Das kann die Mutter-Kind-Bindung intensivieren.

 

Bonding-Sectio: Sobald Ihr Kind Ihren Bauch verlassen hat, legen wir es auf Ihre Brust. Bis zum Ende der OP können Sie schon innigen Hautkontakt zu Ihrem Neugeborenen genießen.

Vaginal operative Entbindung

Manchmal ist aufgrund von Erschöpfung der Mutter oder Stresszeichen des Kindes eine Beschleunigung der Pressphase nötig. In diesen Fällen empfehlen Ihnen unsere Geburtshelfer eventuell den Einsatz von Hilfsmitteln wie Saugglocke oder Zange. Oft reicht der Einsatz einer kleinen Vakuumhandpumpe aus. Ziel ist die möglichst schonende und sichere Geburt eines gesundes Kindes.