Die Schwangerschaft

Obwohl ich mich aufs Vatersein freue, plagen mich Zukunftsängste.

Kommunikation ist das A und O. Die Nachricht von der Schwangerschaft der Partnerin löst bei werdenden Vätern unterschiedliche Gefühle hervor: Freude und Stolz, aber auch Sorgen und Ängste vor dem neuen Lebensabschnitt. Mann sollte sich klarmachen, dass es seiner Partnerin wahrscheinlich ähnlich geht und dass auf sie außerdem noch gravierende körperliche Veränderungen zukommen. Sorgen und Ängste bezüglich der Schwangerschaft und des Kindes sollten früh miteinander geteilt werden, auf der Basis, dass es gemeinsam immer Lösungen für alle Schwierigkeiten geben wird.

Werde ich den Familienunterhalt in Zukunft alleine sichern können?

Reden Sie mit Ihrer Partnerin darüber, welche Arbeitsteilung zukünftig geplant ist. Nur weil ein Kind unterwegs ist, heißt das nicht, dass Sie zukünftig der Alleinverdiener der Familie sind. Machen Sie sich außerdem darüber bewusst, dass es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung gibt: Kindergeld, steuerliche Freibeträge und Elterngeld sind hilfreiche Stützen nach der Geburt. Informationen über staatliche Zuschüsse gibt das Bundesministerium für Familie.

 

Elternzeit können nicht nur Mütter, sondern auch Väter nehmen, und zwar bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Dabei steht ihnen frei, ob sie diese gemeinsam nehmen oder auf eine Person konzentrieren. Eine gute finanzielle Basis bietet dabei das Elterngeld. Diese Lohnersatzleistung können Eltern ab der Geburt ihres Kindes bis zu 14 Monate erhalten.

 

Zu diesen Themen gibt es in unserem Elterntreff regelmäßig Vorträge.

Kann ich eine tiefe emotionale Beziehung zum Baby aufbauen?

In der Tat haben es Schwangere leichter, sich mit dem Baby in ihrem Bauch verbunden zu fühlen. Das heißt aber nicht, dass Väter in spe diese Bindung nicht aufbauen können. Horchen Sie am Bauch Ihrer Partnerin, spüren Sie die Kindsbewegungen, vielleicht haben Sie sogar Lust, ein bisschen mit dem Ungeborenen zu plaudern. Spätestens dann, wenn Männer ihr Kind im Arm halten, springt der Funke über.

Wie kann ich meine schwangere Partnerin unterstützen?

Glück, Spannung und Vorfreude, aber auch Sorgen über die Zukunft, des Ungeborenen und körperliche Veränderungen prägen die Gefühlswelt einer schwangeren Frau. Zeigen Sie Verständnis für Ihre Partnerin und geben Sie ihr das Gefühl, dass sie etwas Einzigartiges vollbringt. Auch wenn das Baby nicht in Ihrem Bauch heranwächst, können Sie die Schwangerschaft aktiv miterleben. Wenn es möglich ist, begleiten Sie die werdende Mutter zu Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungskursen. Sprechen Sie außerdem mit ihr über die Geburt und über Ihre Rolle im Kreißsaal. Wenn Sie zeigen, dass Sie für Ihre Partnerin da sind, wird ihr das ein beruhigendes Gefühl geben.

 

Insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel empfinden viele Frauen als körperlich sehr anstrengend. Immerhin sind sie dann in ihrer Bewegungsfähigkeit sehr eingeschränkt. Achten Sie darauf, Ihrer Partnerin möglichst viele Tätigkeiten abzunehmen oder verwöhnen Sie sie mit einer wohltuenden Massage oder einem romantischen Abendessen. Und wenn eine kleine Heißhungerattacke zuschlägt, machen Sie ihr eine große Freude, wenn Sie auch spät am Abend noch losfahren und ihr Lieblingseis an der Tankstelle kaufen.

Was bedeutet die Schwangerschaft für unser Sexleben?

Regelmäßiger Sex während eines normalen Schwangerschaftsverlaufs birgt kein Risiko. Grundsätzlich gilt jedoch: nehmen Sie bitte während und auch nach der Schwangerschaft Rücksicht auf die Bedürfnisse Ihrer Partnerin. Es kann sein, dass Ihre Partnerin im ersten Drittel der Schwangerschaft keine Lust auf Sex hat. Grund dafür sind die anfangs auftretenden Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Müdigkeit. Das kann sich aber im Verlauf der Schwangerschaft ändern. Bedenken, das Ungeborene beim Sex zu verletzten, sind unbegründet. Auch erhöht Sex während dieser aufregenden zehn Monate nicht das Risiko zu einer Frühgeburt.

 

Vorher mit dem Arzt über Sex sprechen sollten Sie aber im Falle einer Risikoschwangerschaft oder wenn es bereits frühzeitige Wehen oder Blutungen habe. Dann könnte der vorläufige Verzicht auf Sex möglicherweise sicherer sein.

Wie kann ich mich als Vater auf die Zeit mit dem Baby vorbereiten?

Während Ihre Partnerin die Entwicklung des Babys im Bauch unmittelbar mitbekommt, sollten Sie bewusst regelmäßig Kontakt zu Ihrem Baby aufnehmen, mit ihm reden oder über den Bauch der Mutter streicheln und so eine Verbindung herstellen. Bereiten Sie sich auf die Zeit mit Ihrem Kind vor, indem sie zum Beispiel das zukünftige Kinderzimmer einrichten und Sie frühzeitig die nötigen Babyartikel besorgen. Nötig werden auch bürokratische Wege sein. Sollten Sie nicht verheiratet sein, ist es empfehlenswert, die Vaterschaft schon vor der Geburt über eine Urkunde offiziell anzuerkennen. Dies kann beim Standesamt oder Notar geschehen.