Gesundheitstipps für Schwangere

Übelkeit am Morgen, geschwollene Füße und Beine, Kurzatmigkeit - etliche Beschwerden können Schwangeren das Leben unnötig schwer machen. Doch es gibt Abhilfe. Schauen Sie sich unsere Tipps an! Generell gilt: Sollten die Symtome anhalten oder solten Sie Bedanken haben, suchen Sie bitte Ihren Gynäkologen auf!

1. Trimester: 1. bis 12. Schwangerschaftswoche

Übelkeit und Erbrechen

Während der ersten drei Monate bewirkt die steigende Hormonausschüttung eine veränderte Geschmackswahrnehmung und ein gesteigertes Geruchsempfinden. Viele Frauen leiden unter morgendlicher Übelkeit. Die Beschwerden sind zwar belastend, aber meist ungefährlich, oft verschwinden sie nach dem ersten Trimester von selbst. Sollten die Beschwerden zu stark sein oder zu lange anhalten, kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt.

 

Tipps:
- Essen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. So vermeiden Sie Blutzuckerschwankungen, die die Übelkeit verstärken können.
- Wählen Sie zum Frühstück kohlenhydratreiche Speisen, die der Körper langsamer verwertet: Vollkornmüsli, Vollkornbrot…
- Vermeiden Sie fette und schwer verdauliche Nahrungsmittel und Lebensmittel, deren Geruch Sie nicht vertragen
- Achten Sie darauf, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei Erbrechen wieder auszugleichen
- Melissen-, Kamillen- oder Ingwertee können die Übelkeit lindern

Müdigkeit und Erschöpfung

In der Schwangerschaft schüttet der Körper das Hormon Progesteron vermehrt aus. Dieses hat eine beruhigende Wirkung und kann daher die Schläfrigkeit fördern. Zu Beginn der Schwangerschaft sinkt außerdem der Blutdruck, in vielen Fällen liegt obendrein ein Eisenmangel vor. Diese Umstände tragen auch zu Müdigkeit und Erschöpfung bei.

 

Tipps:
- Scheuen Sie sich nicht, dem Schlaf nachzugeben. Die zusätzliche Ruhe tut Ihnen gut. Denn Ihr Körper verwendet nun alle Energiereserven für die Entwicklung des Embryos.
- Schlafen Sie ausreichend, also mindestens acht Stunden pro Nacht. Halten Sie ruhig einen Mittagsschlaf, um Kräfte zu sammeln.
- Bewegung an der frischen Luft tut gut und macht munter.
- Sollte bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegen, passen Sie Ihre Ernährung an und essen Sie zum Beispiel Hülsenfrüchte, Vollkornbrot oder Petersilie.
- Ihr Körper kann Eisen am besten aufnehmen, wenn Sie zusätzlich genügend Vitamin C zu sich nehmen.

Heißhunger

In der Schwangerschaft vergrößert sich Ihr Blutvolumen. Um den Zuckerhaushalt trotzdem weiter regulieren zu können, produziert Ihr Körper mehr Insulin. Aufgrund der erhöhten Belastung des Stoffwechsels sinkt Ihr eigener Blutzuckerspiegel häufig schnell ab, dann bekommen Sie plötzlich Heißhunger.

 

Tipps:
- Das Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln kann ein Hinweis Ihres Körpers darauf sein, dass er bestimmte Stoffe gerade verstärkt benötigt. Trotzdem sollten Sie unkontrollierte Fressattacken vermeiden, weil die zu starker Gewichtszunahme führen können und auch während der Schwangerschaft ungesund sind.
- Haben Sie unterwegs immer einen Apfel oder einen Schokoriegel dabei. Denn wenn Sie bemerken, dass Sie unterzuckert sind, weil sie zum Beispiel plötzlich zittern, sollten Sie schnell eine Kleinigkeit essen.
- Um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Heißhungerattacken vorzubeugen, essen Sie viele kleinere Portionen über den Tag verteilt.

Verdauungsprobleme

Unter Verstopfung, Blähungen, Sodbrennen und saurem Aufstoßen leiden viele werdende Mütter. Schuld ist die hormonelle Umstellung, die auch Verdauungsprobleme nach sich ziehen kann: Die erhöhte Ausschüttung des Hormons Progesteron macht die Muskeln des Verdauungstraktes schwerfällig und die wachsende Gebärmutter drückt auf andere Organe.

 

Tipps:
- Greifen Sie nun nicht zu Abführmitteln, sondern passen Sie Ihre Ernährung an.
- Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Ein Spaziergang tut immer gut.
- Eine ballaststoffreiche Ernährung, zum Beispiel mit Vollkornprodukten, Trockenobst und Äpfeln, bringt den Darm wieder in Schwung.
- Verzichten Sie hingegen auf Lebensmittel, die stopfend wirken wie zum Beispiel Bananen oder Weißbrot.
- Warme Speisen und Getränke sind besser verdaulich. Vermeiden Sie daher zu kaltes Essen.

2. Trimester: 13. bis 27. Schwangerschaftswoche

Geschwollene Füße und Beine

Schuhe wollen nicht mehr richtig passen und Ringe lassen sich selbst mit Seife keinen Millimeter von den geschwollenen Fingern bewegen. Wassereinlagerungen gehören zu einer Schwangerschaft. Diese Ödeme entstehen, weil der Körper in der Schwangerschaft Wasser einlagert. Das Bindegewebe gibt nach, wenn sich zu viel Flüssigkeit ansammelt, und es kommt zu den unangenehmen Schwellungen.

 

Tipps:
- Es klingt paradox, weil sie schon genügend Wassereinlagerungen haben, aber: Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, vor allem Wasser und ungesüßte Tees.
- Bringen Sie Ihre Blutzirkulation in Schwung. Ziehen Sie zum Beispiel ein paar Bahnen im Schwimmbad
- Die Durchblutung regen auch Wechselduschen und –bäder an.
- Lebensmittel wie Spargel und Gurke entwässern. Daher sollte dieses Gemüse auf Ihrem Speiseplan stehen.
- Kontaktieren Sie bei starken Ödemen Ihren Arzt. Eventuell sind Untersuchungen nötig.

Wadenkrämpfe

In der Schwangerschaft schwitzen Frauen verstärkt und sie müssen häufiger auf die Toilette. Darüber gibt ihr Körper viele Mineralien ab. Durch diese Mangelerscheinungen treten schmerzhafte Krämpfe auf.

 

Tipps:
- Sprechen Sie Ihren Arzt auf die Krämpfe an. Er kann Ihnen ein Magnesiumpräparat verschreiben, das für Schwangere gut verträglich ist.
- Nehmen Sie viele Mineralstoffe zu sich, zum Beispiel über Vollkorn- und Milchprodukte oder Nüsse.
- Regen Sie Ihre Durchblutung mit Wechselduschen an und beugen Sie vor Krämpfen vor. Duschen Sie dazu Ihre Beine abwechselnd warm und sehr kalt ab. Ebenfalls hilfreich können Wadenmassagen, Gymnastik und Bewegung sein.
- Wärme fördert die Durchblutung: Legen Sie abends vor dem Einschlagen eine Wärmflasche auf die Waden, um die nächtlichen Krämpfe zu verhindern. Auch heiße Lavendelumschläge wirken wohltuend.

Vergesslichkeit

Wo liegt der Hausschlüssel noch gleich? Den hatten Sie doch definitiv in die Handtasche gesteckt? Oder doch in die linke Jackentasche? Es ist gut möglich, dass Ihnen solche Situationen bekannt vorkommen. Viele Schwangere leiden unter einer geringeren Konzentrationsfähigkeit und einem schlechteren Kurzzeitgedächtnis. Schwangere dürfen aber aufatmen, denn: Die Vergesslichkeit schwindet meist nach der Geburt wieder, spätestens dann, wenn Sie wieder einen geregelten Schlafrhythmus haben.


Tipps:
- Entspannen Sie sich: Es gibt sicherlich tausend Dinge, an die sie vor der Geburt Ihres Babys denken sollten. Lassen Sie diese aber auch mal außer Acht und lassen Sie ihre Gedanken schweifen.
- Gegenstände, die Sie häufig benutzen, sollten Sie immer am selben Ort ablegen, sodass Sie Geldbörse, Schlüssel und Co. Immer schnell wiederfinden.
- Wichtige Termine sollten Sie sich im Kalender markieren.

Schwangerschaftsstreifen

Wenn sich die Haut nicht mehr genügend dehnt, weil sie nicht mit dem Wachstum von Bauch und Brust mithalten kann, reißt sie ein. Die meisten werdenden Mütter bekommen Schwangerschaftsstreifen. Ein Grund dafür liegt in den Genen, denn schwaches Bindegewerbe ist meist Veranlagung. Nach der Geburt werden die  Streifen heller und weniger sichtbar, sie bilden sich aber nicht mehr vollständig zurück.

 

Tipps:
- Fördern Sie die Elastizität der Haut, indem Sie die besonders strapazierten Körperstellen wie Bauch, Brust, Beine und Po täglich mit Jojoba- oder Mandelöl massieren.
- Ihr Bindegewebe stärken Sie mit Wechselduschen oder Massagen mit speziellen Schwämmen.
- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, trinken Sie ausreichend und bewegen Sie sich regelmäßig.

3. Trimester: 28. bis 40. Schwangerschaftswoche

Kurzatmigkeit

Gebärmutter und Baby wachsen und drücken naturgemäß das Zwerchfell in die Höhe. Das engt die Lunge ein, der Schwangeren fällt das Atmen schwerer. Auch wenn diese Kurzatmigkeit unangenehm ist, besteht kein Grund zur Sorge für Sie oder das Baby. In der 36. und 37. Schwangerschaftswoche treten häufig Senkwehen ein: Der Kopf rutscht tiefer in das Becken der werdenden Mutter, und im oberen Teil der Gebärmutter ist nun wieder etwas mehr Platz. Das Atmen fällt der Schwangeren wieder leichter.

 

Tipps:
- Nachts sollten Sie in halb aufrechter Position liegen, damit das Baby und die Gebärmutter nicht zusätzlich auf die Lunge drücken.
- Ihr Schlafzimmer sollte immer gut durchlüftet sein.
- Ihre Hebamme zeigt Ihnen gerne spezielle Atemübungen, die Ihnen helfen, trotz der fortgeschrittenen Schwangerschaft entspannt durchzuatmen.
- Bekommen Sie keine Panik, auch wenn sie mal das Gefühl haben, dass Ihnen die Luft wegbleibt. Atmen Sie tief und ruhig durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus.

Schlaflosigkeit

Es gibt viele Faktoren, die Sie im letzten Schwangerschaftsdrittel vom Schlafen abhalten können. Ihr großer Bauch scheint immer im Weg zu sein, der ständige Harndrang hält wach oder Ihr Baby hat möglicherweise einen ganz eigenen Schlafrhythmus, der nicht unbedingt mit Ihrem übereinstimmen muss.

 

Tipps:
- Zwingen Sie sich selbst keine festen Schlafzeiten auf. Gehen Sie dann ins Bett, wenn Sie auch wirklich müde sind.
- Vor dem Schlafgehen sollten Sie nicht zu viel essen, gehen Sie stattdessen lieber an der frischen Luft spazieren.
- Schlafen Sie am besten nicht in der Rückenlage. Es kann nämlich passieren, dass Ihr Baby durch seine Lage im Bauch den Rückfluss des Blutes zum Herzen einschränkt. Dadurch können bei Ihnen Herzklopfen und Schwindelgefühl auftreten.

Rückenschmerzen

Um Ihren Körper auf die anstehende Geburt vorzubereiten, bewirkt das Hormon Progesteron, dass sich Gelenke, Bänder und Muskeln lockern. Wegen des großes Babybauchs nehmen viele Schwangere im Stehen und Sitzen eine falsche Haltung ein: Ein Hohlkreuz entsteht. Die Wirbelsäule wird dadurch stärker beansprucht. In Kombination mit der Gewichtszunahme von 10 bis 15 Kilogramm stellt das eine enorme Belastung für den Körper dar.

 

Tipps:
- Heben Sie keine schweren Gegenstände und belasten Sie den Rücken nicht unnötig.
- Schwimmen, Yoga und Rückenkursen tun Schwangeren gut und beugen Schmerzen vor.
- Melden Sie sich gerne bei uns im Kreißsaal: Vielleicht kann Ihnen ein Tape helfen. Viele unserer Hebammen bieten K-Taping an.

Sodbrennen

Verursacht wird Sodbrennen durch die wachsende Gebärmutter, die stärker auf die inneren Organe und somit auch auf den Magen drückt. Sodbrennen tritt vor allem im Liegen auf und äußert sich durch häufiges Aufstoßen, einen sauren Geschmack im Mund sowie durch Bauchschmerzen.

 

Tipps:
- Essen Sie mehrmals am Tag kleinere Portionen und zerkauen Sie die Nahrung dabei  gut. Verzichten sollten Sie auf große und schwere Mahlzeiten.
- Getränke mit Kohlensäure, Säfte, Süßigkeiten sowie fettige, scharfe und stark gewürzte Speisen sollten Sie von Ihrem Speiseplan streichen.
- Wenn Sie nachts unter Sodbrennen leiden, könnte es Ihnen helfen, mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen.
- Lebensmittel wie kalte Milch, Kartoffeln und Haferflocken neutralisieren die Magensäure und bekämpfen damit das Sodbrennen.