Klinik für Innere Medizin

Blutstammzelltransplantation - Klinik für Innere Medizin II - St.-Johannes-Hospital Dortmund
Allgemeine Innere Medizin, Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin, Gastroenterologie
Blutstammzelltransplantation - Klinik für Innere Medizin II - St.-Johannes-Hospital Dortmund
Blutstammzelltransplantation - Klinik für Innere Medizin II - St.-Johannes-Hospital Dortmund
Blutstammzelltransplantation - Klinik für Innere Medizin II - St.-Johannes-Hospital Dortmund
Blutstammzelltransplantation - Klinik für Innere Medizin II - St.-Johannes-Hospital Dortmund

Allg. Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie, Blutstammzelltransplantation, Gastroenterologie, Palliativmedizin

Blutstammzelltransplantation

Wir stehen Ihnen bei der Stammzelltherapie zur Seite

Eine Blutstammzelltransplantation ist ein sehr komplexer Vorgang. Wenn Sie sich einer solchen Therapie unterziehen müssen, werden wir Ihnen die Einzelheiten der Behandlung ausführlich in mehreren Gesprächen erklären. Dabei berücksichtigen wir sowohl Art und Umfang Ihrer Erkrankung als auch Ihre persönliche Lebenssituation. Jede Blutstammzelltransplantation muss vorbereitet werden. Das heißt, dass verschiedene Voruntersuchungen notwendig sind, eigene oder fremde Blutstammzellen gewonnen und viele Termine koordiniert werden müssen. Hierbei helfen Ihnen unsere Blutstammzelltransplantationskoordinatorinnen Frau Winkler (Schwerpunkt allogene Blutstammzelltransplantation) und Frau Kosel (Schwerpunkt autologe Blutstammzellkoordination). Sie stehen Ihnen bei allen organisatorischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite und können Ihre inhaltlichen Fragen entweder direkt beantworten oder für Sie Gesprächstermine vereinbaren.

Allogene und autologe Blutstammzelltransplantation

Die Übertragung von Blutstammzellen (hämatopoetischen Stammzellen) ist eine Methode, die man bei verschiedenen Krankheiten anwendet: zum Beispiel bei Erkrankungen, die die Blutstammzellen selber betreffen wie akute Leukämien, myelodysplastische Syndrome oder Myeloproliferative Neoplasien. In diesen Fällen werden Blutstammzellen gesunder Spender verwendet. Experten nennen das Verfahren allogene Blutstammzelltransplantation. Bei Lymphomen und Plasmazellerkrankungen (Multiples Myelom oder Plasmozytom) kommen hingegen eher eigene Blutstammzellen zum Einsatz. Hier spricht man von einer autologen Blutstammzelltransplantation. In unserer Klinik bieten wir beide Therapien auf einer dafür spezialisierten und extra ausgestatteten Station an.

Blutstammzellen: Die zellulären Alleskönner

Stammzellen sind Körperzellen, die die Fähigkeit besitzen, sich zu verschiedenen Zelltypen zu entwickeln. Sie sind darüber hinaus in der Lage, Tochterzellen hervorzubringen, die nach der Teilung selbst wiederum Zellen mit unterschiedlichen Funktionen entwickeln können. Blutstammzellen können somit je nach Bedarf rote Blutkörperchen (Erythrozyten) unterschiedliche weiße Blutkörperchen (Leukozyten) oder Blutplättchen (Thrombozyten) generieren. Sie sind in der Lage, die zerstörte oder erkrankte Blutbildung eines Menschen wieder neu entstehen zu lassen (zu „regenerieren“). Man nutzt diese Fähigkeit bei Bluterkrankungen in unterschiedlicher Art- und Weise zur Therapie.
Blutstammzellen sind also quasi die Mutterzellen aller Blutzellen, vergleichbar mit der Königin eines Bienenstocks. Denn hier sorgt die Königin mit dem Legen von Eiern für den Fortbestand des Bienenvolkes. Daher finden Sie auch die Bienenkönigin im Logo unseres Zentrums.

Autologe Blutstammzelltransplantation

Einige Bluterkrankungen, insbesondere Lymphome und multiple Myelome (früher auch Plamsozytome genannt) können mithilfe einer Chemotherapie sehr gut behandelt werden. Die Therapie erfordert aber in bestimmten Situationen ein so hohe Therapiedosis, dass die Blutbildung nachhaltig beschädigt wird. Aus diesem Grund gewinnen wir bei den betroffenen Patienten vor Beginn der Chemotherapie eigene Blutstammzellen und frieren sie ein. Nach der Chemotherapie führen wir dem Patienten die körpereigenen Stammzellen wieder zu. Auf diese Weise können die negativen Auswirkungen der Therapie auf die Blutbildung auffangen. Die Übertragung (Transplantation) von eigenen (autologen) Blutstammzellen nennt man „autologe Blutstammzelltransplantation“.

Allogene Blutstammzelltransplantation

Ähnlich wie bei der autologen Transplantation werden auch bei diesem Verfahren Stammzellen verwendet, um die Blutbildung nach einer Chemotherapie wiederherzustellen. Allerdings verwendet man hier die Blutstammzellen eines gesunden (allogenen) Spenders. Dieser Spender wird anhand von Gewebe-Verträglichkeitsmerkmalen ausgewählt und kann sowohl ein Familienmitglied als auch ein Fremdspender sein.
Bei der allogenen Blutstammzelltransplantation geht es in erster Linie nicht um die Wirkung der Chemotherapie, sondern es wird eine erkrankte Blutbildung gegen die eines gesunden Spenders ausgetauscht.
Wir wenden sie vor allem bei Erkrankungen an, bei denen die Blutstammzellen selbst betroffen sind (akute Leukämien, Myelodysplastische Syndrome und Myeloproliferative Erkrankungen). Bei diesem Verfahren wird nicht nur die Blutbildung erneuert, sondern auch das Immunsystem. Dieser Effekt ist für den Erfolg der Therapie entscheidend, weil die neuen Zellen auch die im Körper verbliebenen Leukämiezellen bekämpfen. Wir sprechen darum vom sogenannten Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt (englisch „graft versus leukemia“, GvL).
Die allogene Blutstammzelltransplantation ist ein komplexes Verfahren, das neben besonderen baulichen und hygienischen Voraussetzungen auf der Transplantationsstation (Station G5 im St.-Johannes-Hospital) auch eine engmaschige und multidisziplinäre Nachsorge erfordert. Diese bieten wir in enger Abstimmung mit unseren Kooperationspartnern im Rahmen des DCZ in vollem Umfang an.