Startseite > Klinik für Augenheilkunde > Krankheitsbilder

Augenheilkunde

Leitung:
Prof. Dr. med. Markus Kohlhaas

Besser sehen

Die Klinik für Augenheilkunde des Johannes-Hospitals in Dortmund bietet als überregionaler Versorger das gesamte Spektrum der operativen sowie der konservativen Augenheilkunde an. Uns stehen fünf moderne Operationssäle zur Verfügung. Je nach Behandlungsschwerpunkt kommen die Patienten in eine unserer vier Ambulanzen: eine Ambulanz für den vorderen Abschnitt des Auges, eine für Erkrankungen der Netzhaut und eine für die Privatsprechstunde. In einer weiteren Ambulanz befindet sich darüber hinaus unsere Sehschule.


Jährlich behandeln wir etwa 4.500 stationäre und circa 30.000 ambulante Patienten. Durch das hohe Patientenaufkommen kann es mitunter zu Wartezeiten kommen, jedoch erhalten fast alle Patienten innerhalb nur eines Tages die notwendige Diagnostik und Therapieempfehlung. Eine besondere Auszeichnung für unsere Abteilung: Die Focus Bestenliste 2015 führt Chefarzt Professor Dr. Markus Kohlhaas zum wiederholten Male auf.

Augenhöhlen- und Liderkrankungen

Operationen an den Augenlidern können aus therapeutischen oder aus kosmetischen Gründen durchgeführt werden. Als kosmetisch ästhetisch werden Lidoperationen bezeichnet, die einer optischen Verschönerung dienen. Therapeutisch sind Lidoperationen, wenn durch eine veränderte Lidstellung oder durch eine Geschwulst Beschwerden, Schmerzen, Entzündungen und auch Tränenträufeln auftreten.

Häufige Liderkrankungen

Das Gerstenkorn und das Hagelkorn sind akute bis chronische Entzündungen einer Liddrüse. Sollte die Behandlung mit Tropfen oder Salben erfolglos sein, kann eine einfache Operation Abhilfe schaffen.

 

Weißer Hautkrebs (Basaliom)

Das Basaliom ist der häufigste Hautkrebs im Bereich der Augenlider. Ein solcher Tumor wird immer größer und zerstört das umliegende Gewebe. Deshalb sollte er operativ entfernt werden. In seltenen Fällen behandeln wir das Basaliom auch mit einer Kälte- oder Bestrahlungstherapie.

 

Rolllid (Entropium)

Bei einem Entropium ist das Augenlid nach innen gerollt. Da die Wimpern so auf der Augenoberfläche reiben, haben die Betroffenen teilweise starke Schmerzen und leiden an Augenentzündungen. Durch eine Operation kann das Augenlid wieder in seine ursprüngliche Position zurückgeführt werden.

 

Auswärtsdrehung des Augenlids (Ektropium)

Bei einem Ektropium erschlafft das Unterlid und hängt nach außen. Infolgedessen ist das Auge gereizt, denn die freiliegenden Bereiche der Binde- und Hornhaut sind nicht geschützt und trocknen aus. So können – teilweise chronische – Entzündungen entstehen. Auch hier kann das Augenlied operativ in seine normale Position zurückversetzt werden.

Weitere Therapien

Augenlider:

  • Behandlungen mit dem Erbium-Laser: Wir nutzen den Laser insbesondere bei kleinen Tumoren und Xanthelasmen. Xanthelasmen sind Ablagerungen von Cholesterin. Sie sind hellgelb und bilden sich um die Augen herum.
  • Ptosis-Operationen bei einem Hängelid (Ptosis)
  • Schlupflid-Operationen
  • Defektdeckung: Nach einer Tumorentfernung verschließen wir die betroffene Hautstelle mittels freier Transplantate von Muskelhaut oder mit sogenannten Schwenklappen.

Augenhöhle:

  • Entfernung des Augapfels (Enukleation) mit und ohne Augenhöhlenimplantaten
  • Ausschälung des Augapfels (Eviszeration) mit und ohne Augenhöhlenimplantaten: Bei dieser Methode bleibt nur die Lederhaut als äußere Umhüllung des Augapfels erhalten.
  • Operationen bei Tumoren in der Augenhöhle
Erkrankungen der Tränenwege

Die in der Tränendrüse produzierte Flüssigkeit schützt die Augenoberfläche vor Austrocknung und Infektionen. Diese Tränenflüssigkeit fließt über das untere und obere Tränenpünktchen am inneren Augenwinkel in den Tränennasenkanal und von dort über den Tränensack in den Nasenrachenraum.

Häufige Erkrankungen der Tränenwege

Tränensackentzündungen bei Neugeborenen
In seltenen Fällen kann es sein, dass Neugeborene in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt an einer Entzündung des Tränensacks leiden. Die Erkrankung zeigt sich in Form von tränenden und vereiterten Augen. Um den Verschluss des Tränenkanals zu beseitigen, versucht man zunächst, den Tränensack auszudrücken. Falls eine Tränensackmassage über mehrere Wochen keine Besserung verspricht, kann der Tränenweg auch in einer kurzen Narkose mit Überdruck gespült werden.

Tränenwegsverschluss
Aufgrund von Entzündungen, Alterungsprozessen oder auch Operationen in der Nase kann der Tränenwegskanal verstopfen oder vernarben. Man spricht dann von einem Tränenwegsverschluss oder einer Tränenwegsstenose. Die Folge ist ein tränendes Auge. Mitunter kann eine Tränenwegsspülung Linderung bringen. Sollte dies nicht erfolgreich sein, muss in einer Operation ein neuer Abflussweg zwischen Augenwinkel und Nasenhöhle geschaffen werden. Dieser Eingriff wird als Dacryocystorhinostomie (DCR) bezeichnet.

Akute Tränensackentzündung
Insbesondere bei älteren Patienten kommt es häufiger zu akuten Tränensackentzündungen. Dabei tritt eine äußerst schmerzhafte Schwellung im Lidwinkel auf. In der Regel muss eine solche Entzündung mit Antibiotika und einem operativem Eingriff zunächst anbehandelt, später mit Wiederherstellung der Tränenwege kuriert werden.

Erkrankungen der Hornhaut

Die Hornhaut ist das Fenster und wichtiger Bestandteil der Brechkraft des Auges. Bereits kleinste Kratzer, Irritationen oder Verletzungen rufen starke Schmerzen und vermehrten Tränenfluss hervor. Die Augenkrankheit Keratokonus destabilisiert die Hornhaut und führt zu einer fortwährenden Verdünnung und Verwölbung. Kommt es zu einer Erkrankung an der Rückseite der Hornhaut (Fuchs’sche Endothelerkankung), dringt mit zunehmender Dauer Wasser in das Hornhautgewebe ein. In der Folge wird die Hornhaut immer dicker und auch trüber. Virus-, Bakterien- und Pilz-Erkrankungen können schwerste Schäden an der Hornhaut hinterlassen, die im schlimmsten Fall bis zum Sehverlust führen.

Therapie

Kegelartige Vorwoelbung der Hornhaut (Keratokonus)
Kegelartige Vorwoelbung der Hornhaut (Keratokonus)

Kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut (Keratokonus)

Patienten mit einer Hornhautstabilitätsschwäche klagen bereits in jugendlichen Jahren über einen deutlichen Sehverlust und Bildverzerrungen. Mit dem sogenannten Crosslinking, einer biochemischen Vernetzung der Hornhaut mit Vitamin B2 (Riboflavin) und UVA-Licht, sind wir in der Lage, das Gewebe zu verfestigen und damit eine weitere Verschlechterung zu stoppen. Diese Behandlung ist bereits bei Kindern oder Jugendlichen möglich, kann in Tropfbetäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Normalerweise ist diese moderne Behandlungsmöglichkeit jedoch keine Kassenleistung. Der Patient muss sie selbst bezahlen.

Amnionmembranaufnähungen

Hornhautoberflächendefekte, die unter Tropf- und Salbentherapien nicht abheilen, können mit einer Amnionmembran behandelt werden. Die Amnionmembran (Eihaut von neugeborenen Kindern) wird aus der Plazenta (Mutterkuchen) gewonnen. Sie wird auf die Hornhaut aufgenäht und löst sich innerhalb von 14 Tagen von selbst auf.

Hornhautverpflanzung mit einer doppelt fortlaufenden Naht (Transplantation)
Hornhautverpflanzung mit einer doppelt fortlaufenden Naht (Transplantation)

Hornhautverpflanzung / Transplantation
Die Transplantation der Hornhaut ist die mit Abstand älteste Transplantation von Gewebe. Sie wird seit über 100 Jahren praktiziert. Dabei gibt es verschiedene Operationsmethoden:
-    die tiefe vordere lamelläre Keratoplastik
-    die hintere lamelläre Keratoplastik
-    und die perforierende Keratoplastik
Alle Transplantationen haben das Ziel, das Sehvermögen zu verbessern. Bei oberflächlichen oder tiefer gelegenen Narben kann das Gewebe bis auf die letzte Schicht (Descemetmembran) herausgelöst und dann ein Spendergewebe eingenäht werden. Die gelegten Fäden entfernen wir nach 6 bis 12 Monaten.


Ist die Hornhautrückfläche betroffen (Fuchs’sche Endothelerkankung), führen wir die sogenannte hintere Keratoplastik durch. Bei dieser Technik wird nur die wenige µm-dicke und erkrankte Gewebeschicht herausgelöst und eine entsprechend dünne Gewebeschicht in das Auge hereingezogen. Anschließend pressen wir das neue Gewebe mithilfe einer Luftblase an die Rückfläche der Hornhaut an.

Bei allen anderen Erkrankungen, etwa bei durchgreifenden Narben oder Oberflächenirregularitäten, kommt die perforierende Transplantation zum Einsatz. Hier wird die Hornhaut komplett herausgeschnitten und eine entsprechende Spenderorganscheibe transplantiert.

Im Bereich der Bindehaut- und Oberflächenbehandlung bieten wir weiterhin an:

  • Phototherapeutische Keratektomie (PTK): Bei Oberflächendefekten oder auch oberflächlich gelegenen Narben versuchen wir, das betroffene Gewebe mit einem Excimer-Laser von der Hornhautoberfläche abzutragen.
Hornhauttruebungen in den vorderen Schichten vor der Laserbehandlung
Hornhauttruebungen in den vorderen Schichten vor der Laserbehandlung
Hornhauttruebungen in den vorderen Schichten nach der Laserbehandlung (PTK)
Hornhauttruebungen in den vorderen Schichten nach der Laserbehandlung (PTK)
  • Pterygium-Operation (mit oder ohne Bindehautplastik sowie mit und ohne Antibiotikum Mitomycin): Unter Pterygium, auch Flügelfell genannt, versteht man eine Gewebevermehrung der Bindehaut. Sie ist nicht gefährlich, kann das Sehen jedoch einschränken.
  • Operationen bei Bindehauttumoren und Bindehautwiederherstellung (mit Mundschleimhautplastiken oder Eihaut)
Grauer Star (Katarakt)
Linsentrübung (Grauer Star)
Linsentrübung (Grauer Star)

Unter dem Begriff Grauer Star verstehen wir Linsentrübungen, die häufig bei älteren Patienten auftreten. In seltenen Fällen kommt eine Linsentrübung auch durch Verletzungen oder eine längere Kortisoneinnahme zustande. Manchmal ist sie angeboren. Durch den Grauen Star verschlechtert sich das Sehvermögen kontinuierlich. Die Betroffenen klagen über zunehmendes Streulicht- und Blendungsempfinden. Mit dem Fortschreiten der Krankheit können sie selbst die Schrift in Zeitungen nicht mehr lesen.

Therapie

Operation

Gegen den Grauen Star hilft nur eine Operation. Dabei handelt es sich um den in Deutschland mit Abstand am häufigsten und obendrein sichersten operativen Eingriff: Die eingetrübte Linse wird entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. In der Regel führen wir die Operation in reiner Tropfbetäubung ambulant durch. Bei einer Voruntersuchung werden die Augen komplett überprüft und die Kunstlinsenstärke vermessen. Die eigentliche Operation dauert inklusive Vorbereitung circa 20 Minuten pro Auge. Der unblutige Schnitt am Rand der Hornhaut ist in der Regel zwischen 1,8 bis 2,5 mm breit. Durch diesen Schnitt werden die Instrumente und am Ende auch die Kunstlinse in das Auge eingeführt. Die ursprüngliche Linse wird mittels Ultraschall oder Laser zertrümmert. Anschließend saugt der Arzt die Trümmer ab.
Nach einer etwa vierwöchigen Wundheilungsphase kann dann eine abschließende Fern- oder Lesebrille angepasst werden. In diesem Zeitraum müssen Patienten das Auge mit Augentropfen nachbehandeln.

 

Einsatz von Kunstlinsen

Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Kunstlinsen. Sie werden eingeteilt in „normale“ Linsen und „Premiumlinsen“. Normale Linsen werden inklusive der Operationskosten von der Krankenkasse erstattet, die Kosten für die Premiumlinsen müssen Patienten in der Regel selbst getragen. Unter Premiumlinsen verstehen wir Linsen, die z.B. eine hohe Hornhautverkrümmung korrigieren (torische Linsen) und Linsen, die sich auf verschiedene Entfernungen (Ferne, Computer und Leseentfernung) scharf einstellen können.


Im St.-Johannes-Hospital bieten wir den Einsatz folgender Kunstlinsen an:

  • Asphärische Linsen
  • Torische Linsen
  • Multifokallinsen
  • Trifokale Linsen
  • Add-On Linsen

 

Weitere Informationen zum Grauen Star erhalten Sie in diesem Video.

Grüner Star (Glaukom)
Sehnerv mit einer Randblutung beim Gruenen Star (Glaukom)
Sehnerv mit einer Randblutung beim Gruenen Star (Glaukom)

Der Grüne Star bezeichnet eine Erkrankung des Sehnervs. Er ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Europa. Bei dieser Krankheit verliert der Sehnerv im Laufe von Monaten, Jahren und Jahrzehnten immer mehr Nervenfasern. Ein von außen eingeengtes Gesichtsfeld und eine verminderte Sehschärfe sind die Folge.

Unter dem Begriff Grüner Star fallen das sogenannte angeborene Glaukom, das primäre Offenwinkelglaukom, das primäre Engwinkelglaukom sowie eine große Anzahl von sogenannten sekundären Glaukomen.

Um den Grünen Star zu diagnostizieren, ist eine vollständige Untersuchung des vorderen und hinteren Auges nötig. Hierzu gehören die Vermessung des Augeninnendrucks, die Bestimmung des Gesichtsfeldes, die Beschaffenheit des Kammerwinkels und des Sehnervs sowie die Dicke der Hornhaut. Mithilfe modernster Computertechnik können wir viele wichtige Parameter des Sehnervs sowie der umliegenden Netzhaut hochpräzise bestimmen und ständig abgleichen.

Ursachen

  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Schlechte Sehnervdurchblutung
  • familiäre Veranlagung
  • Kurzsichtigkeit
  • Diabetis mellitus

Therapie

Die Behandlung dieser chronischen Erkrankung erfolgt ein Leben lang. Ziel ist es, ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Dabei sind vor allem drucksenkende Augentropfen das Mittel der Wahl. Sollte diese Behandlung jedoch nicht erfolgreich sein, ist eine Operation unausweichlich. In unserer Klinik setzen wir – je nach Erfordernis – unterschiedliche Verfahren ein:

  • Laserchirurgie mit Techniken zur Pupilloplastik und realistisch wirkenden Irisprothesen (Iridoplastik) oder Laser-trabekuloplastik
  • Trabekulektomie: Sie gilt als Goldstandard in der Behandlung des Grünen Stars. Das Antibiotikum Mitomycin C und das Ologen-Implantat sind notwendig, um die natürliche Narbenbildung zu verhindern.
  • Tiefe Sklerektomie
  • Zyklophotokoagulation (Laserbehandlung)
  • Zyklokryokoagulation (Kältebehandlung)
  • Kanaloplastik mithilfe eines feinen Mikrokatheters
  • Drainageimplantate (Ahmed- Drainageimplantat)
  • Microshunt-Implantation


Weitere Informationen bietet der Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V. auf seiner Website.

Darüber hinaus klärt die Augenklinik des St.-Johannes-Hospitals in diesem kurzen Video über das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten auf.

Fehlsichtigkeit

Unter Fehlsichtigkeiten des Auges verstehen wir:

  • Kurzsichtigkeit
  • Weitsichtigkeit
  • Hornhautverkrümmung
  • und Alterssichtigkeit

Therapie

Fehlsichtigkeiten können wir durch Brillen oder Kontaktlinsen ausgleichen. Sollte der Wunsch bestehen, auf Sehhilfen gänzlich zu verzichten, stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Damit sind wir in der Lage, jeden Brechungsfehler und jede Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Die Betroffenen können anschließend wieder ohne Hilfsmittel sehen. Bei der Operation greifen wir auf einen Excimer-Laser zurück. Damit können wir an der Hornhaut Brechungsfehler bis zu 8 Dioptrien Kurzsichtigkeit und bis zu 5 Dioptrien Weitsichtigkeit korrigieren. Auch Alterssichtigkeit können wir heute verbessern. Dafür nutzen wir die Photorefraktive Keratektomie (PRK) oder die Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK).


Bei höheren Fehlsichtigkeiten ist es sinnvoll, eine Zusatzlinse in das Auge einzusetzen. Vorausssetzung hierfür: eine klare Linse. Mit den Zusatzlinsen können wir jede Fehlsichtigkeit ausgleichen. Sollte die Linse bereits getrübt sein, sollte man – wie beim Grauen Star – die Linse entfernen und eine Spezialkunstlinse einsetzen. Hier kommen dann torische Linsen oder Trifokallinsen infrage.

Netzhauterkrankungen
Netzhautablösung
Netzhautablösung

Die Netzhaut des Menschen arbeitet wie der Film in einer Kamera. Sie kleidet das Innere des hinteren Auges aus und besteht aus vielen Millionen Nervenzellen und Nervenfasern. Durch die Netzhaut nehmen wir unsere Umwelt wahr, erkennen Farben, Kontraste und Bewegungen. Erkrankungen dieser vielfältigen Nervenzellen- und Faserverbindungen können das Sehvermögen einschränken. Sogar eine Erblindung ist möglich.
Die Stelle des schärfsten Sehens (Macula) kann aufgrund von Stoffwechsel- oder auch Durchblutungsstörungen an Funktion einbüßen. In diesen Fällen sprechen wir von einer trockenen oder auch von einer feuchten Maculadegeneration.

Ursachen

Viele Krankheiten können eine Erkrankung der Netzhaut verursachen. Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus, hoher Blutdruck oder auch Herzrhythmusstörungen. Bevor wir den Patienten behandeln, führen wir immer eine vollständige Augenuntersuchung durch. Hinzu kommt die apparative Netzhautdiagnostik. Dafür nutzen wir die Computerdiagnostik sowie elektrophysiologische Methoden.

Therapie

Netzhauterkrankungen können sowohl konservativ als auch operativ therapiert werden. Bei Gefäßveränderungen (zum Beispiel bei der Zuckererkrankung oder bei Thrombosen) behandeln wir die Netzhaut mit einem Dioden- oder Argon-Laser.

Besteht eine feuchte Maculadegeneration, nutzen wir verschiedene Medikamente, die wir in das Innere des Auges, den Glaskörper, spritzen. Weitere Informationen zur Maculadegeneration bietet der Bundesverband Macula-Degeneration e.V.

Bei schwerwiegenden Erkrankungen, beispielsweise einer Netzhautablösung, kommt die vitreoretinale Chirurgie zum Einsatz. Dabei entfernen wir den Glaskörper im Inneren des Auges und legen unter Zuhilfenahme verschiedener Gase oder Silikonöle die abgehobene Netzhaut wieder an.


Darüber hinaus bieten wir in der Glasköper- und Netzhautchirurgie folgende Behandlungen an:

  • Einspritzen verschiedener Medikamente in den Glaskörper (Triamcinolon, Ozurdex, Avastin, Lucentis, Eylea, Jetrea)
  • „Buckelchirurgie“: Darunter versteht man eindellende Operationen mit Befestigungsringen (Cerclagen) oder  Schaumstoffkissen (Plomben)
  • Entfernung des Glaskörpers (Pars-plana-Vitrektomie) mit und ohne Peeling (Abschälen von auf der Netzhaut aufgelagerten Schichten)
  • subretinale Chirurgie, sprich Operationen auf der Glaskörper-abgewandten Seite der Netzhaut
Schielen und Schwachsichtigkeit

Schielen nennt man eine meist beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellung eines oder beider Augen. Dabei weicht ein Auge von der Blickrichtung des anderen ab. Vier Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Wird das gesunde Auge nur wenig oder gar nicht genutzt, kann dies zu einer Sehschwäche führen. Je jünger ein Kind ist, desto empfindlicher reagiert das Auge und das Gehirn. Darum ist die Diagnose gerade bei Kindern besonders wichtig, um eine lebenslange Schädigung zu verhindern. Im St.-Johannes-Hospital bietet Oberarzt Dr. Peter Wölfeschneider extra eine Schiel- und Kindersprechstunde an.

Symptome

Schauen unsere Augen in dieselbe Richtung, entsteht normalerweise in jedem Auge ein fast identisches Bild. Beim Schielen wird der Unterschied zwischen den beiden Bildern durch die Fehlstellung zu groß. So entstehen Doppelbilder. Das kindliche Gehirn kann sich gegen Doppelbilder wehren, indem es das vom schielenden Auge übermittelte Bild unterdrückt, also von der Wahrnehmung ausschließt.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Zukneifen eines Auges
  • Verstimmung oder Reizbarkeit
  • chronische Lidrandentzündung
  • schiefe Kopfhaltung und
  • ungeschickte Bewegungen

Ursachen

Schielen bei Kindern hat viele Ursachen. Es gibt eine erbliche Veranlagung. Auch Risikofaktoren, die während der Schwangerschaft oder Geburt auftreten, können ein Schielen bewirken. In vielen Fällen sind die Ursachen im Auge selbst zu suchen, etwa:

  • angeborene hohe und/oder unterschiedlich starke Brillenbedürftigkeit beider Augen,
  • einseitige Linsentrübungen,
  • Entzündungen oder Verletzungen im Auge, oder
  • selten Tumoren im Auge.

Auslöser können auch Kinderkrankheiten mit hohem Fieber, Unfälle – etwa eine Gehirnerschütterung –, aber auch schweren seelische Krisen sein.

Schielen im Erwachsenenalter wird häufig durch eine Erkrankung ausgelöst, die nicht unmittelbar mit dem Auge zusammenhängt. Dabei werden die Nerven und Muskeln, die das Auge bewegen, beeinträchtigt. Das kann durch Durchblutungsstörungen, eine Entzündung, durch Unfälle oder Tumoren geschehen. Aber auch andere Augenerkrankungen können Schielen verursachen.


Generell gilt: Jedes plötzliche Schielen, ob im Kindes- oder Erwachsenenalter, bedarf einer umgehenden augenärztlichen Untersuchung. Auf Grundlage dessen entscheiden wir, ob eine neurologische und natürlich eine kinderärztliche Abklärung notwenig ist.

Therapie

Die Schielbehandlung basiert auf drei wichtigen Säulen:

  1. Versorgung mit Brillengläsern, um Brechungsfehler zu korrigieren und/oder der Einsatz eines Prismas. Das lenkt das Licht so ab, dass der Patient beim Geradeausblick keine Doppelbilder wahrnimmt.
  2. Behandlung der Schiel-Sehschwäche (Amblyopiebehandlung): Das bessere Auge wird abgedeckt, um das schwächere durch Training zu fördern.
  3. Operative Korrektur der Augapfelfehlstellung durch Umlagerung von Augenmuskeln. Diese OP findet bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder statt.