Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Mit allen Sinnen

Leitung:
Dr. Horst Luckhaupt

In unserer Klinik behandeln wir sämtliche Krankheiten in Hals, Nase und Ohren. Darunter fallen auch Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, des Kehlkopfes, des Rachenraumes und der Halsweichteile. Zu Beginn wird der Patient eingehend untersucht. Wir verfügen über alle erforderlichen Instrumente, um eine exakte Diagnose stellen zu können. Im Rahmen der Behandlung greifen wir auf konservative (medikamentöse) und operative Methoden zurück. Schwerpunkt unserer Arbeit sind chirurgische Eingriffe: Mithilfe minimalinvasiver Verfahren und modernster Lasertechnologie können wir Patienten heute wesentlich schonender operieren als früher. Deshalb finden bestimmte Operationen ambulant statt. Neben der Behandlung von HNO-Erkrankungen setzen wir uns engagiert in der Vorsorge ein, indem wir beispielsweise Patientenseminare veranstalten. In unserer Nachsorgesprechstunde betreuen wir Patienten, die wegen Krebs behandelt worden sind.

Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Aussackungen der Nasenhöhlen. Sie sind mit Schleimhaut ausgekleidet, die vor eindringenden Krankheitserregern schützt. Es gibt zwei Arten von chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen: die chronisch eitrige und die chronisch polypöse. Erstere entsteht aus nicht abgeheilten Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Bei der chronisch polypösen Form wachsen zusätzlich Polypen in den Nasennebenhöhlen. Als chronisch wird sie dann bezeichnet, wenn die Entzündung mehr als zwölf Wochen anhält.

Symptome

Grundsätzlich gilt: Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ruft weniger Schmerzen hervor als viele annehmen. Die Nase ist dauernd verstopft oder läuft ständig. Kopfschmerzen im Stirnbereich, über der Nase, zwischen und unter den Augen sind ebenfalls typisch. Gerade beim Bücken empfinden Betroffene ein starkes Druckgefühl. Außerdem nehmen der Geruchs- und zum Teil auch der Geschmackssinn zunehmend ab.

Ursachen

Wer häufig erkältet ist, unter Allergien oder Asthma leidet, oder seine Nase ständig Reizen aussetzt, hat ein erhöhtes Risiko, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung zu entwickeln. Darüber hinaus können Schmerzmittelunverträglichkeiten, eine sogenannte Aspirin-Intoleranz, oder anatomische Veränderungen in der Nase und im Nasenrachenraum Gründe für die Beschwerden sein.

Therapie

  • Im ersten Schritt versuchen wir, den Patienten mit konservativen Methoden zu behandeln. Dazu gehören unter anderem Kochsalzspülungen der Nase und kortisonhaltige Nasensprays.
  • Wenn sich der Zustand des Patienten durch die Medikamente nicht verbessert oder die Entzündung beispielsweise auf das Auge übergreift, müssen wir meistens operieren. Im Rahmen der modernen Nasennebenhöhlenchirurgie führen wir die Operationen – anders als früher – direkt über die Nasenhaupthöhlen durch. Bei dem Eingriff arbeiten wir mit sehr dünnen Instrumenten, also minimalinvasiv. In der Vergangenheit mussten sich Ärzte über den Mund oder von außen Zugang zur Nase verschaffen. Das ist heute nicht mehr nötig.
  • Ist eine Allergie die Ursache, kann eine Desensibilisierung helfen.
Nasenscheidewandverbiegung (Septumdeviation)

In der Mitte der Nase liegt die Nasenscheidewand, auch Septum genannt. Sie trennt die zwei Haupthöhlen voneinander. Bei einer Fehlstellung sprechen Mediziner von einer Septumdeviation. Treten die Beschwerden regelmäßig auf, fällt zum Beispiel das Atmen durch die Nase schwer, müssen die Betroffenen sich einer Operation unterziehen.

Symptome

Patienten mit einer Nasenscheidewandverbiegung bekommen schlecht Luft, wenn sie durch die Nase atmen. Zusätzlich leiden sie gelegentlich oder ständig unter Druck auf den Ohren, im Gesicht oder zwischen den Augen. Eine Geruchsstörung, Halsschmerzen und Heiserkeit sind ebenfalls typisch. Außerdem kann es immer wieder zu Infekten der Atemwege kommen.

Ursachen

In der Regel ist die Nasenscheidewand schon in der Kindheit schief gewachsen. Seltener sind Unfälle, Stürze oder Stöße die Ursache.

Therapie

Leiden Betroffene unter starken oder wiederkehrenden Beschwerden, begradigen wir die schiefe Nasenscheidewand in einem operativen Eingriff.

Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillitis)

Die Gaumenmandeln schützen die oberen Atemwege vor Bakterien und Viren. Sie haben im äußeren Bereich Einstülpungen, in denen sich zahlreiche Abwehrzellen befinden. Ist das Immunsystem geschwächt, können sie die Eindringlinge nicht mehr ausreichend bekämpfen. Als Folge entzünden sich die Gaumenmandeln. Wer häufig unter Mandelentzündungen leidet, entwickelt nicht selten eine chronische Tonsillitis.

Symptome

Schluckbeschwerden, Halskratzen und ein allgemeines Schwächegefühl sind typische Symptome. Je nach Schweregrad der Entzündung haben Betroffene einen schlechten Geschmack im Mund und leiden unter Mundgeruch. Mit dieser Krankheit gehen mitunter weitere Infekte einher.

Ursachen

In den meisten Fällen führen Viren zu einer Mandelentzündung. Seltener wird sie durch Bakterien verursacht. Die chronische Tonsillitis entsteht, wenn akute Mandelentzündungen nicht ausheilen und sich die Mandeln immer wieder entzünden.

Therapie

Bei einer chronischen Mandelentzündung entfernen wir die Gaumenmandeln operativ (Tonsillektomie). Dies geschieht üblicherweise unter Vollnarkose und dauert eine knappe halbe Stunde. Die Patienten bleiben durchschnittlich vier bis fünf Tage im St.-Johannes-Hospital, weil es zu Nachblutungen kommen kann.

Vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillenhyperplasie)

Wenn sich Gaumenmandeln übermäßig vergrößern, nennt man das Tonsillenhyperplasie. Kinder leiden besonders häufig unter dieser Krankheit. Spätestens mit der Pubertät bilden sich die veränderten Gaumenmandeln wieder auf ihr Normalmaß zurück. Solange die Betroffenen keine Beschwerden spüren, ist eine Tonsillenhyperplasie harmlos.

Symptome

Meistens zeigen sich kaum Symptome. In einigen Fällen bekommen die Patienten schlechter Luft. Das Atmen fällt schwer und es können Schluckbeschwerden und Schlafstörungen auftreten. Zudem berichten viele Eltern, dass ihre Kinder schnarchen. Nächtliche Atemaussetzer sind ein deutliches Warnsignal. In dem Fall sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Ursachen

Die Ursache der vergrößerten Gaumenmandeln ist ein sehr aktives Immunsystem, wie es oft bei Kindern vorkommt. Die Gaumenmandeln spielen eine wichtige Rolle für die Abwehr von Krankheitserregern in den Atemwegen. Eine Überfunktion lässt sie wachsen. Hin und wieder lösen auch Entzündungen eine Tonsillenhyperplasie aus.

Therapie

Bei entsprechenden Beschwerden verkleinern wir die Gaumenmandeln (Tonsillotomie). Dies geschieht üblicherweise unter Vollnarkose mithilfe der Laser- oder Elektrochirurgie. Der Eingriff dauert eine knappe halbe Stunde. Die meisten Patienten bleiben zwei bis drei Tage im St.-Johannes-Hospital.

Vergrößerte Rachenmandeln (Adenoide)

Die Rachenmandel wehrt Krankheitserreger ab, die durch die Nase eindringen. Sie befindet sich im Nasenrachenraum – dort, wo die Nase in den Rachen übergeht. Ebenso wie die Gaumenmandeln gehört sie zum Lymphsystem des Rachenbereichs. Vergrößert sich die Rachenmandel, versperrt sie den Atemweg, der durch die Nase verläuft. Kinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr erkranken am häufigsten daran.

Symptome

Die Kinder können nur durch den Mund atmen. Schnarchen ist ebenfalls ein klassisches Symptom. Außerdem wirkt sich eine vergrößerte Rachenmandel oft auf die Mittelohren aus. Deshalb entstehen häufig Mittelohrentzündungen oder es sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell an (Paukenerguss). Die Folge: Die Kinder hören schlechter.

Ursachen

Gerade bei Kindern im Vorschulalter ist das Immunsystem besonders aktiv. Da das Mandelgewebe Teil der körpereigenen Abwehr ist, kann die Rachenmandel übermäßig anschwellen.

Therapie

Bei einer krankhaft vergrößerten Rachenmandel muss der Atemweg durch die Nase wieder freigelegt werden (Adenotomie). Die Operation führen wir in der Regel ambulant durch. Nur bei schweren Vorerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen nehmen wir die Kinder stationär auf.

Vergrößerte Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie)

Im Inneren der Nase befinden sich die Nasenmuscheln. Ihre Oberfläche ist mit Schleimhäuten ausgekleidet. Sie sorgen dafür, dass die Atemluft der Körpertemperatur angepasst und befeuchtet wird. Eine Hyperplasie liegt dann vor, wenn die Nasenmuscheln dauerhaft vergrößert sind. Das betrifft zumeist die unteren Nasenmuscheln.

Symptome

Die Nase ist häufig verstopft, die Betroffenen können nur noch schlecht atmen. Trockene Luft erschwert das Atmen zusätzlich.

Ursachen

Eine Nasenmuschelhyperplasie kann zahlreiche Ursachen haben. Werden abschwellende Nasensprays beispielsweise übermäßig viel benutzt, kann das möglicherweise zu einer Nasenmuschelhyperplasie führen. Auch eine stark verbogene Nasenscheidewand oder Allergien lösen diese Erkrankung aus.

Therapie

  • Die vergrößerten Nasenmuscheln bilden sich sehr selten von allein zurück. Manchmal können kortisonhaltige Nasensprays helfen.
  • Wenn die Medikamente nicht wirken, verkleinern wir die Nasenmuscheln chirurgisch.
  • Bei der Operation wenden wir verschiedene Verfahren an: Besonders schonend ist die Behandlung mit Argon-Plasma. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, findet ambulant und unter örtlicher Betäubung statt. Wenn wir die Nasenmuschel mit elektrischem Strom verkleinern, muss der Patient für kurze Zeit bei uns auf der Station bleiben. Alternativ kann der Chirurg ein Schleimhautstreifen oder ein Knochenstück herausschneiden (Muschelkappung, Muschelresektion). Eine weitere Variante: Die Seitwärtsverlagerung der Nasenmuschel.
Chronische Mittelohrentzündung (Otitis media)

Es gibt verschiedene Arten einer chronischen Mittelohrentzündung. Bei der einfachsten Form liegt meistens ein Loch im Trommelfell vor und die Schleimhaut im Mittelohr ist entzündet (mesotympanale Otitis Media). Dehnt sich die Entzündung weiter aus und greift auf die umliegenden Knochen sowie Knochenhöhlen über, nennt man dies eine epitympanale Mittelohrentzündung (Cholesteatom). Dabei formt sich eine Tasche im hinteren, oberen Bereich des Trommelfells. In dieser Ausbuchtung sammeln sich dann Schuppen des Trommelfells oder Hautzellen an. Sie bilden eine kleine Geschwulst, die sich entzünden kann. Im weiteren Verlauf kommt es an dieser Stelle zu einem Defekt.

Symptome

Die Betroffenen hören schlechter oder leiden unter Ohrgeräuschen. Andere Symptome sind ein Druckgefühl hinter dem Ohr, Sekretfluss aus dem entzündeten Ohr und gelegentlich Schmerzen. Selten treten Schwindelbeschwerden auf.

Ursachen

Eine Hauptursache für die mesotympanale Form sind häufige akute Mittelohrentzündungen mit Verletzungen des Trommelfells. Sie entsteht jedoch auch, wenn das Mittelohr nicht ausreichend belüftet wird oder der Druckausgleich im Ohr gestört ist. Lösen Stürze, Unfälle oder Stöße Trommelfellrisse aus, kann es in der Folge zu einer chronischen Mittelohrentzündung kommen.

Therapie

Unsere Klinik verfügt über neueste Diagnosesysteme, die schnell Aufschluss über den Schweregrad und die Art der Mittelohrentzündung geben. Oftmals sind chronische Entzündungen schon so weit fortgeschritten, dass Ohrentropfen oder Antibiotika nicht ausreichen. Eine Operation unter Vollnarkose ist dann unerlässlich.

Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Der Kehlkopf befindet sich oberhalb der Luftröhre. Er besteht aus dem Kehldeckel, den Stimmlippen sowie verschiedenen Knorpeln, die mit Schleimhaut bedeckt sind. Ohne Kehlkopf könnten Menschen nicht sprechen. Eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut nennen Mediziner Laryngitis. Dauert die Laryngitis länger an, handelt es sich um eine chronische Form.

Symptome

Das Leitsymptom einer akuten oder chronischen Kehlkopfentzündung ist die Heiserkeit. Wer länger als drei Wochen am Stück heiser ist, sollte sich unbedingt von einem HNO-Arzt untersuchen lassen. In seltenen Fällen schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes so stark an, dass es zu Atemnot kommt.

Ursachen

Gängige Ursachen sind belastende Reize: Das sind trockene Luft und vor allem Nikotin. Eine Kehlkopfentzündung kann sich aber auch aus einer Erkältung heraus entwickeln. Dann sind Viren die Auslöser.

Therapie

  • Oft klingt eine Kehlkopfentzündung nach wenigen Tagen von selbst ab. Betroffene sollten ihre Stimme in dieser Zeit besonders schonen. Unterstützend wirken Inhalationen.
  • Ist eine Laryngitis chronisch, müssen wir fast immer eine Gewebeprobe entnehmen, um das Ausmaß der Krankheit festzustellen. Erkrankte sollten die auslösenden Faktoren, zum Beispiel Nikotin, unbedingt meiden. Bei bestimmten Formen der chronischen Laryngitis kann auch eine logopädische Stimmtherapie helfen. Abhängig vom Gewebebefund empfehlen wir eine intensive medikamentöse Therapie. Manchmal ist eine Operation erforderlich.
Stimmbandpolypen

Die Stimmbänder befinden sich in der Mitte des Kehlkopfes. Werden sie durch die Atemluft zum Schwingen gebracht, erzeugen sie Töne. Manchmal bildet sich eine kleine, gutartige Geschwulst am Stimmband. Das sind Polypen.

Symptome

Stimmbandpolypen verursachen Heiserkeit oder Doppeltönigkeit des Stimmklangs. Viele Betroffene müssen sich häufig räuspern.

Ursachen

Stimmbandpolypen entstehen oftmals bei Menschen mit einer falschen Stimmtechnik oder wenn sie ihre Stimme überlasten. Daher sind Sänger besonders gefährdet. Eine Kehlkopfentzündung kann ebenfalls Auslöser für Polypen sein.

Therapie

Stimmbandpolypen müssen meistens abgetragen werden. Dies geschieht mithilfe der Kehlkopfspiegelung, der sogenannten Mikrolaryngoskopie. Sie erfolgt unter Vollnarkose. Bei dem Eingriff schiebt der Operateur ein starres Rohr über den Mund des Patienten bis zum Kehlkopf vor. Im Anschluss führt er ein Mikroskop ein, damit der Kehlkopf gut sichtbar wird. Mit kleinen Instrumenten können wir den Polypen dann vorsichtig entfernen.

Stimmbandödem

Ist die Schleimhaut der Stimmbänder entzündet und geschwollen, liegt ein Stimmbandödem vor. Die Schwellung entsteht durch Gewebeflüssigkeit, die sich unter der Stimmbandschleimhaut einlagert.

Symptome

Das Leitsymptom eines Stimmbandödems ist die Heiserkeit. Zudem können Hustenattacken auftreten.

Ursachen

Gehäuft sind Raucher betroffen: Die eingeatmeten Inhaltsstoffe schädigen die Schleimhaut der Stimmbänder. Auch die Stimmbelastung scheint nach bisherigen Erkenntnissen eine Rolle zu spielen.

Therapie

Die Therapie ähnelt der des Stimmbandpolypen. Wir entfernen das Ödem oder schlitzen es. Hier kommt die Kehlkopfspiegelung (Mikrolaryngoskopie) zum Einsatz. Sie erfolgt unter Vollnarkose. Bei dem Eingriff schiebt der Operateur ein starres Rohr über den Mund des Patienten bis zum Kehlkopf vor. Im Anschluss führt er ein Mikroskop ein, damit der Kehlkopf gut sichtbar wird. Mit kleinen Instrumenten können wir das Ödem dann vorsichtig entfernen.

Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitis)

Der Mensch hat zwei große Speicheldrüsen: die Ohrspeicheldrüse und die Unterkieferspeicheldrüse. Daneben gibt es noch die Unterzungenspeicheldrüse und viele winzige Speicheldrüsen in der Wangenschleimhaut, in den Lippen und im Rachen.
Speichel ist für den Menschen sehr wichtig. Er befeuchtet etwa die Nahrung, bevor sie zum Magen gelangt und wirkt antibakteriell. Entzündungen treten meistens in den großen Drüsen, insbesondere in der Ohrspeicheldrüse, auf.

Symptome

Ist eine Speicheldrüse entzündet, schwillt sie an und reagiert empfindlich auf Druck. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen, erhöhter Körpertemperatur und manchmal unter Fieber.

Ursachen

Ein schwaches Immunsystem begünstigt eine Speicheldrüsenentzündung. Manchmal entsteht sie auch infolge anderer Krankheiten. Normalerweise sind Viren und Bakterien die Auslöser. Mumps ist beispielsweise eine von Viren verursachte Form der Ohrspeicheldrüsenentzündung, bei der die betroffenen Bereiche sehr stark anschwellen. Impfungen gegen Mumps können diesem Risikofaktor jedoch vorbeugen. Weitere Ursachen: eine verminderte Speichelproduktion, zu viel Alkohol oder eine mangelnde Mundhygiene. Außerdem sind Menschen, die im Kopf- oder Halsbereich eine Strahlentherapie erhalten, besonders gefährdet, weil sie kaum Speichel bilden.

Therapie

Haben Viren die Entzündung ausgelöst, verschreiben wir zunächst entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel. Antibiotika sind dann empfehlenswert, wenn Bakterien die Speicheldrüsenentzündung hervorgerufenen haben. Diese verabreichen wir in bestimmten Fällen sogar über die Vene (intravenös).

Speichelsteine (Sialolithiasis)

Schwillt eine der Speicheldrüsen des Menschen an, sind manchmal Speichelsteine der Grund dafür. Sie bilden sich, wenn die Speicheldrüsenfunktion gestört ist. Speichelsteine versperren den Ausgang der jeweiligen Drüse teilweise oder ganz. Am häufigsten ist die Unterkieferspeicheldrüse betroffen.

Symptome

Betroffene haben vor allem beim Kauen starke Schmerzen.

Therapie

Der HNO-Arzt versucht immer, den Speichelstein zu entfernen. Dies kann in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung geschehen. Das Verfahren, das hierbei zum Einsatz kommt, nennt sich Gangschlitzung. Unter Umständen müssen wir die betroffene Speicheldrüse abtragen. Bei einer begleitenden Speicheldrüsenentzündung ist eine medikamentöse Therapie angebracht.

Schwerhörigkeit

Das Ohr ist eines der wichtigsten Sinnesorgane: Der Mensch nimmt damit Töne wahr und kann sich entsprechend orientieren. Bestimmte Geräusche warnen, andere wiederum beruhigen ihn. Manche Menschen hören im Lauf ihres Lebens schlechter, ihr Hörvermögen nimmt ab.

Symptome

Betroffene hören entweder auf einem oder auf beiden Ohren weniger. Je nach Ursache unterscheiden sich die Symptome: Im Falle eines Hörsturzes können zusätzlich zum Gehörverlust Schwindelbeschwerden oder ein Tinnitus auftreten. Bei einer altersbedingten Schwerhörigkeit lässt das Hörvermögen über einen längeren Zeitraum langsam nach, ohne dass derjenige es bewusst bemerkt. Entgegen vieler Vermutungen gilt: Nicht jeder Mensch wird altersschwerhörig.

Ursachen

Akute Hörstörungen können durch sehr laute Musik oder Explosionen verursacht werden. Daneben spielen feine Durchblutungsstörungen (Mikrozirkulation) und selten entzündliche Erkrankungen des Ohres eine Rolle. Hörstörungen können aber auch angeboren sein oder sich mit zunehmendem Alter entwickeln.

Therapie

  • Eine Hörstörung verlangt immer eine exakte Diagnostik und Beratung der Betroffenen.
  • Ist die Schwerhörigkeit vorübergehend, zum Beispiel infolge eines Hörsturzes oder einer Mittelohrentzündung, helfen meist Medikamente.
  • Schwerhörigkeit kann häufig durch eine Operation, Implantate oder entsprechende Hörgeräte behoben werden.
Hörsturz

Der Mensch hört, indem er den Schall von Tönen mit dem Ohr wahrnimmt. Die Schallwellen erreichen das Trommelfell und gelangen von dort zum Innenohr. Hier werden sie in elektrische Impulse umgewandelt und zum Gehirn weitergeleitet. Es kann passieren, dass jemand ganz plötzlich – ohne erkennbare Ursache – auf einem Ohr weniger oder gar nichts mehr hört. Das kann ein Hörsturz sein.

Symptome

Betroffene hören einseitig schlechter. Außerdem können Schwindelbeschwerden, Druckgefühle oder Ohrgeräusche auftreten.

Ursachen

Eine eindeutige Ursache ist bislang nicht bekannt. Es wird vermutet, dass ein Hörsturz aufgrund einer Durchblutungsstörung der Sinneszellen im Ohr entsteht oder bestimmte Zellen im Ohr nicht mehr richtig arbeiten. Zudem können virale Infekte des Innenohres für einen Hörsturz verantwortlich sein.

Therapie

  • In leichten Fällen vergeht die Erkrankung meist von selbst.
  • Schwerwiegendere Hörstürze behandeln wir mit Kortisonpräparaten. Diese erhalten Patienten entweder als Tabletten, Infusionen oder wir spritzen die Arzneien mit einer feinen Nadel direkt ins Ohr (Transtympanale Kortison-Applikation).
Schwindel

Jeder Mensch leidet hin und wieder unter Schwindel. Tritt dieses Gefühl jedoch verstärkt oder über einen längeren Zeitraum auf, handelt es sich um ein deutliches Alarmsignal. Dann sollten Betroffene unbedingt den Rat eines Arztes einholen.

Symptome

Menschen mit Schwindelanfällen fühlen sich benommen und leiden unter einem gestörten Gleichgewicht. Außerdem haben sie das Gefühl, ihre Umgebung bewege sich hin und her, schwanke oder drehe sich.

Ursachen

In der Regel verursachen Krankheiten, die das Ohr oder die Durchblutung des Körpers betreffen, die Beschwerden. Schlafmangel, eine neue Brille oder bestimmte Medikamente können ebenfalls Auslöser sein. Mitunter sind Schwindelbeschwerden auch psychogen bedingt.

Therapie

Da Schwindelbeschwerden viele Ursachen haben können, muss der Patient umfassend untersucht werden. Die HNO-Klinik im St.-Johannes-Hospital hält alle gängigen Verfahren vor, mit denen sich der Gleichgewichtssinn überprüfen lässt. In manchen Fällen reicht die Einnahme von bestimmten Medikamenten aus. Wenn die Gleichgewichtsstörung mit dem Innenohr zusammenhängt, geben wir dem Patienten ein Kortisonpräparat. Außerdem ist ein gezieltes Gleichgewichtstraining ratsam.

Krebserkrankungen im HNO-Bereich

In unserer Klinik behandeln wir sämtliche bösartige Geschwülste der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Nase, der Nasennebenhöhlen, des Ohres und der Speicheldrüsen.

Symptome

Die Betroffenen haben vor allem Schmerzen beim Schlucken. Bei Kehlkopfkrebs tritt anhaltende Heiserkeit auf. Einseitiges Nasenbluten kann bei Tumoren in der Nase vorkommen. Manchmal läuft auch ein unangenehm riechendes Sekret aus der Nase.

Ursachen

Raucher sind besonders häufig betroffen. Starker Alkoholkonsum kann ebenfalls zu einem Tumor in dieser Körperregion führen. Seltener spielt der Kontakt mit Chemikalien eine Rolle.

Therapie

Bei allen Patienten mit einem Tumor im Speisetrakt, in den oberen Atemwegen oder im Ohr führen wir eine Endoskopie unter Vollnarkose durch. Normalerweise entnehmen wir dabei eine Gewebeprobe. Geschwülste, die noch nicht weit fortgeschritten sind, können wir laserchirurgisch behandeln. Manchmal sind aber auch größere Operationen erforderlich. Hier verfügen wir über alle gängigen Behandlungsverfahren der HNO-Heilkunde. Zudem bieten wir für die Betroffenen eine eigene Nachsorgesprechstunde an.

Weitere Leistungen

Behandlung von therapierefraktären HNO-Infektionen

Die HNO-Klinik beschäftigt sich intensiv mit der konservativen und operativen Behandlung immer wiederkehrender oder behandlungsrefraktärer HNO-Entzündungen. Dazu gehören zum Beispiel Entzündungen des äußeren Gehörganges oder immer wiederkehrende Infektionen der Nasennebenhöhlen und der Speicheldrüsen.